Schwache Wall Street belastet
Dax geht schwächer ins Wochenende

dpa FRANKFURT/MAIN. Gewinnwarnungen aus den USA und eine schwächere Wall Street habe am Freitag die deutschen Aktien erneut ins Straucheln gebracht.

Der Deutsche Aktienindex Dax präsentierte sich zu Handelsschluss mit einem Abschlag von 2,31 % auf 6 439,26 Punkten. Am Neuen Markt ging der Nemax 50 um 6,59 % auf 2 307,52 Zähler in die Knie. Wenig Bewegung gab es bei den 70 mittelgroßen Werte im MDax: Der Index lag zuletzt beinahe unverändert bei 4 833,32 Punkten.

Die Nachricht von Bombardements der USA im Südirak kam zu spät um noch nennenswerten Einfluss auf die Aktienkurse zu nehmen. Lediglich der Neue Markt hatte gegen Handelsschluss noch unter der sich deutlich eintrübenden Stimmung in New York zu leiden. Dort gaben unterdessen vor allem die an der Nasdaq notierten Hightechwerte kräftig um 6,05 % auf 2 398,52 Zähler nach.

Stattdessen standen Unternehmensmeldungen im Fokus des Anleger- Interesses: "Besonders die Hiobsbotschaft von Nortel Networks hat auf den leichten Optimismus bei den High-Techs gedrückt", sagte Andreas Kehl, Händler bei der Deutschen Bank. Der kanadische Telekomausrüster hatte in den USA erklärt, in diesem Jahr lediglich ein Umsatzwachstum von 15 % und nicht wie erhofft von 30 % zu erreichen. Zudem sollen 10 000 Stellen abgebaut werden.

Unter der schlechten Nachricht aus den USA hatte im Dax vor allem die Siemens-Familie zu leiden: Infineon Technologies verloren 4,33 % auf 41,09 Euro. Siemens selbst gab 3,65 % auf 142,60 Euro ab, Epcos verbilligten sich um 1,97 % auf 79,75 Euro. Auch der Gewinner des Vortages, SAP, büßte zuletzt 3,45 % auf 188,00 Euro ein.

Vom erneuten Kursrückgang der T-Aktie, die auch am Freitag mit einem Minus von 6,85 % bei 26,50 Euro Schwäche zeigte, zeigten sich viele Händler nach den jüngsten erdrutschartigen Verlusten nicht überrascht. Die schlechte Stimmung der Branche sei noch nicht überwunden: Die Volksaktie stand zum Schluß an der Spitze der Verlierer im Dax. Mit France Telecom und British Telecom rutschten auch andere europäische Telekommunikationstitel wieder ins Minus.

Dagegen waren auf dem Frankfurter Parkett zum Wochenausklang defensive Titel sehr gefragt: Bayer stiegen 0,90 % auf 53,60 Euro, Linde kletterten um 1,10 % auf 56,11 Euro. Auch MAN und die hannoversche Preussag fanden sich unter den wenigen Gewinnern.

Mit deutlichen Abschlägen wurden Bankentitel gehandelt: Die Aktien der Dresdner Bank gerieten im Vorfeld der für die kommende Woche anstehenden Geschäftszahlen unter Abgabedruck und lagen zum Schluß bei 47,65 Euro. Auch Deutsche Bank und Commerzbank mussten Federn lassen.

Der Rentenmarkt tendierte wieder fester. Der Rentenindex REX stieg um magere 0,1 % auf 112,47 Punkte. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen kletterte um 0,1 % auf 108,69 Zähler. Die Bundesbank hatte die Umlaufrendite unverändert bei 4,81 % festgestellt.

Dank schlechter als erwartet ausgefallener US-Konjunkturzahlen konnte der Euro wieder etwas zulegen. Frankfurter Händler zahlten am Abend 0,9128 $ für einen Euro. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittag auf 0,9113 (Donnerstag 0,9090) $ festgesetzt. Ein Dollar kostete damit offiziell 2,1462 (2,1516) DM.

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