Schwache Weltkonjunktur belastet deutschen Außenhandel
Deutscher Handelsüberschuss zum Vormonat gesunken

Der Überschuss im deutschen Außenhandel ist im April wegen kräftig gewachsener Importe insbesondere aus EU-Ländern in geringerem Umfang gestiegen als von Analysten erwartet. Der Handelsbilanzüberschuss habe im April 10,2 Mrd. DM nach 17,4 (revidiert von 17,2) Mrd. DM im März betragen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

rtr WIESBADEN. Analysten hatten mit einem Überschuss von 12,1 Mrd. DM nach 10,0 Mrd. DM im März gerechnet. Sie erwarten auf Grund der schwachen Weltkonjunktur ein weiter nachlassendes Exportgeschäft und damit ein schwächeres deutsches Wirtschaftswachstum im dritten Quartal.

"Es fehlen noch die saisonbereinigten Zahlen, aber es lässt sich schon jetzt abschätzen, dass die Ausfuhren stark zurückgegangen sind", sagte Christoph Hausen von der Commerzbank. "Das ist der wesentliche Grund für die schwächere Bilanz." Eine Belebung des Exportgeschäfts erwartet Hausen nicht vor Jahresende. "Die Auftragseingänge aus dem Ausland lassen nicht gerade auf eine schnelle Besserung hoffen", sagte er. "Eine Belebung des Exportgeschäft hängt unter anderem von der US-Konjunktur ab."

Nach vorläufigen Berechnungen des Amtes stiegen die Ausfuhren im April zum Vorjahr um 16,7 % auf 103,3 (März rev. 109,4) Mrd. DM und die Einfuhren um 18,5 % auf 93,1 (92,0) Mrd. DM.

Leistungsbilanz im Plus

Norbert Braems von Sal. Oppenheim sagte,, die Aussichten für die Ausfuhrtätigkeit seien düster, auch wenn sich das Exportgeschäft im April noch auf einem hohen Niveau bewege. "Die Exporte sind immer noch sehr stark, ebenso wie die Importe... was auf eine starke Geschäftstätigkeit im zweiten Quartal hinweist", sagte Braems. Wegen der schwachen Weltwirtschaft prognostiziert er aber für die kommenden Monaten eine geringere Ausfuhrtätigkeit. "Ich rechne mit einem starken Exportrückgang in Folge der schwachen Weltwirtschaft, was sich auf das deutsche Wirtschaftswachstum auswirken wird", sagte Braems.

Die Leistungsbilanz wies den Angaben zufolge im April einen Überschuss von 2,9 (März 6,2) Mrd. DM. Der Wert vom Vormonat wurde auf Grund von revidierten Daten bei den Dienstleistungen sowie den Erwerbs- und Vermögenseinkommen von zuvor gemeldeten plus 2,9 Mrd. DM deutlich nach oben korrigiert. Das Dienstleistungsbilanzdefizit für März wurde von 11,9 auf 10,5 Mrd. DM nach unten revidiert. Im April 2000 hatte das Leistungsbilanzdefizit 0,8 Mrd. DM betragen.

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