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Schwache Wirtschaftsdaten belasten Wall Street

Um die US-Wirtschaft scheint es schlechter bestellt zu sein als bisher erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg im April mit 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober 1998. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 4,4 Prozent gerechnet. Darüber hinaus ging die Zahl neugeschaffener Arbeitsplätze um 223 000 Stellen zurück. Das ist der größte Einbruch seit 1991. Die Mehrheit der Experten hatte hier wiederum mit einem Anstieg um 20 000 Stellen gerechnet.

Vor allem im produzierenden Gewerbe kam es zu deutlichen Rückgängen. Dort wurden 104 000 Stellen gestrichen.

Ebenfalls im Bereich Zeitarbeit und im Baugewerbe wurden erhebliche Einbrüche verzeichnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im April um 0,4 Prozent. Erwartet wurde lediglich ein Anstieg um 0,3 Prozent. Nachdem das stärker als erwartet gestiegene Bruttoinlandsprodukt und andere Wirtschaftsdaten die Anleger noch vor einer Woche beruhigt und die Märkte in die Höhe getrieben hatten, dürfte uns heute nach diesen Konjunkturdaten ein flauer Handelstag bevorstehen. Kurz nach Bekanntgabe der Daten drehten die Futures in die Verlustzone.

Und damit nicht genug. Erste Analystenstimmen werden bereits laut, dass die Arbeitslosenquote ihren höchsten Stand noch nicht erreicht habe. Bruce Steinberg, Chef-Volkswirt bei Merrill Lynch, geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote im Sommer näher an der fünf Prozent-Marke notieren wird als an der vier Prozent-Marke. Mit Bekanntgabe der Daten müsste klar sein, dass die Notenbank am 15. Mai erneut die Zinsen senken wird, so Steinberg. Doch das ist noch ein wenig hin.

Bis dahin sollte die Hoffnung auf eine Vielzahl positiver Quartalsergebnisse oder erfreuliche Unternehmensmeldungen die Markteilnehmer bei Laune halten. Die an Gute-Laune-Nachrichten fehlt es heute. Die Anleger dürfte zum Wochenschluss wegen der schwachen Nachrichtenlage nichts so schnell aus der Lethargie reißen könnte.

Einige Lichtblicke gibt es aber dennoch. H&R Block dürfte zum Wochenschluss von positiven Prognosen profitieren. Goldman Sachs hebt die Ertragsaussichten der auf Endverbraucher spezialisierten US-Steuerberatung an. "Die Steuersaison, die in den USA Mitte April endete, verlief für H&R robust", so der Analyst Michael Hodes. Historisch betrachtet schneiden die Aktien von H&R nach Ablauf der Steuersaison unterdurchschnittlich ab. Da der Wert, gemessen an den Gewinnerwartungen für das Fiskaljahr 2002, lediglich mit einem KGV von 12,6 bewertet wird, dürfte sich die Aktie in diesem Jahr jedoch positiv abheben.

Gute Nachrichten gibt es bei Starbucks. Die Kaffeehauskette konnte in den vergangenen vier Wochen einen Umsatz von 200 Millionen Dollar erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Einnahmen um 19 Prozent gesteigert werden. Der Umsatz in Läden, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, stieg jedoch um lediglich zwei Prozent. Die Vorjahresdaten seien allein wegen des das schwachen konjunkturellen Umfelds schwer zu schlagen gewesen, teilte das Management mit. Vorstand Orin Smith hält dennoch an den bisherigen Prognosen fest. Smith peilt für das Fiskaljahr 2001 eine Umsatzsteigerung von 23 bis 25 Prozent und einen Gewinn von 46 Cents pro Aktie an. Beide Ziele seien weiterhin erreichbar.

Vorbörslich im Minus notiert dagegen Procter & Gamble, nachdem der Konsumgüterhersteller bekannt gab, für Bristol-Myers Clairol-Sektor ein Übernahmeangebot abgegeben zu haben. Bristol-Myers möchte sich von dem Bereich trennen, um sich zunehmend auf die Produktion von Medikamenten zu konzentrieren. Procter & Gamble will mit der Übernahme den Haarpflegebereich um Haarfärbemittel erweitern.

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