Schwache Zahlen von IBM und Verbraucherpreise belasteten
Wall Street und US-Verbraucherpreise belasten Dax

Die deutschen Aktien haben im Zuge einer Erholung an der Wall Street am Mittwoch mit begrenzten Verlusten geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 0,75 % bei 6 483 Zählern, nachdem er am Nachmittag kurzzeitig auf ein neues Jahrestief von 6 297 Punkten gefallen war. In den USA war am Donnerstag der Dow-Jones-Index zeitweise um 4,3 % und die Nasdaq um knapp 6 % gefallen. Als sich an der Wall Street im Handelsverlauf die Situation entspannte, erholten sich auch die deutschen Aktien. "Wir orientieren uns einfach nur am großen Bruder in den USA", sagte ein Händler.

Schwache Vorgaben der US-Börsen und neuerliche Sorgen über eine Zinsanhebung in den USA hätten sich im Handelsverlauf belastend auf den deutschen Aktienmarkt ausgewirkt, hieß es. Besonders die Technologiewerte gerieten unter Druck, nachdem die Umsatzzuwächse des weltgrößten Computerherstellers IBM hinter den Erwartungen der Analysten zurück geblieben waren. Auch die höher als von den Analysten erwarteten US-Verbraucherpreisen setzten den Dax unter Druck. Das US-Arbeitsministerium hatte am Nachmittag mitgeteilt, die Verbraucherpreise seien im September im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % gestiegen. Nach Ansicht von Händlern lösten die US-Daten Sorgen über einen Anstieg der Inflation aus. Am Markt kam dabei erneut die Frage auf, ob die US-Notenbank deshalb möglicherweise erneut die Zinsen anheben wird.

Der Abgabedruck des Dax nach den schwachen IBM -Zahlen und den Verbraucherpreisen ist Händlern zufolge zu erwarten gewesen. Besonders die Technologiewerte könnten sich den Vorgaben von IBM nicht entziehen. Der Computerkonzern IBM hatte am Dienstag nach Börsenschluss einen Umsatz für das dritte Quartal von lediglich 21,8 Mrd. $ ausgewiesen. Analysten hatten mit 22,4 Mrd. $ gerechnet.

Ausschlagebend für die weitere Entwicklung des Dax sind Händlern zufolge die Ergebnissen weitere US-Unternehmen. Am Mittwoch stehen unter anderem die Geschäftszahlen von Microsoft , AOL , und Texas Instruments zur Veröffentlichung an.

Von den enttäuschenden IBM-Umsatzzahlen waren im Dax Epcos am stärksten betroffen. Die Papiere gaben 4,8 % auf 79,83 Euro nach, obwohl die Papiere von Dresdner Kleinwort Benson als Kauf empfohlen wurden. "Die guten Meldungen verpuffen, auf die schlechten wird eingeprügelt", begründete Ralf Schmidgall, Händler der Baden Bank-Württembergischen den Kursverlust. Dagegen konnten sich SAP und Siemens von ihren Verlusten etwas erholen. SAP schlossen einen Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen knapp behauptet mit minus 0,1 % bei 243,40 Euro. Siemens erholten sich von ihrem Tagestief von 125 Euro und notierten mit Verlusten von 4,2 % bei 130,75 Euro. Die Aktien der Siemens-Halbleitertochter Infineon , die zuvor auf ein neues Jahrestief von 42 Euro gefallen waren, erholten sich ebenfalls und notierten um 0,7 % tiefer auf 46,16 Euro.

Zu den wenigen Gewinnern am Markt gehörte unter anderem Allianz . Der Versicherer hatte am Morgen angekündigt, den US-Vermögensverwalter Nicholas-Applegate Capital Manager für zunächst 2,24 Mrd. DM zu übernehmen. Die Aktien stiegen um 1,7 % auf 366,45 Euro. Ebenfalls im Plus mit Zuwächsen von 1,2 % auf 45,92 Euro notierten die Aktien der Bayer AG. Der MDax für die mittleren Werte schloss 0,5 % im Minus bei 4 772,03 Zählern. Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax-Index fiel um 2,2 % auf 4 031,11 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 3 826 Zähler gefallen war.

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