Schwacher Dell-Ausblick belastet
Wall Street geht schwächer ins Wochenende

Zunehmende Ängste vor einer konjunkturdämpfenden Deflation haben am Freitag an den US-Börsen für Verunsicherung gesorgt und die Kurse ins Minus gedrückt. Der Standardwerte-Index Dow-Jones ging mit rund 8679 Punkten um 0,39 % niedriger aus dem Markt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,83 % auf 1538 Zähler und der breiter gefasste S&P-500-Index 0,25 % auf 944 Punkte.

Reuters NEW YORK. "Die Leute sind unsicher, was mit der Inflation oder Deflation, der Nachfrage von Verbrauchern und Unternehmen geschieht. Deshalb nehmen sie Gewinne mit, bevor sie ins Wochenende gehen", sagte Analyst Steve Kolano von The Boston Co Asset Management. Sein Kollege David Mermot von Morgan Stanley sagte, die Marktteilnehmer fragten sich, was die Kurse aus ihrer derzeitigen Spanne nach oben bringen werde. "Ein großer Teil der Aufwärtsbewegung der vergangenen fünf bis sechs Wochen wurde von besser als erwartet ausgefallenen Unternehmensgewinnen angetrieben".

Die US-Verbraucherpreise gingen im April vor allem wegen niedrigerer Energiekosten überraschend stark zurück. Sie nährten damit Befürchtungen, dass der weltgrößten Volkswirtschaft eine Deflation drohen könnte, die die erhoffte konjunkturelle Erholung gefährden würde. Bereits vergangene Woche hatte sich die US-Notenbank (Fed) besorgt gezeigt über einen anhaltenden Rückgang der Inflation. Die Preisdaten drängten Analysten zufolge den überraschend hohen Anstieg des US-Verbrauchervertrauens in den Hintergrund. Der entsprechende Index der Universität Michigan kletterte im Mai stärker als von Volkswirten prognostiziert.

Händlern zufolge fürchten die Investoren, eine Belebung der Konjunktur zu verpassen. Deshalb nutzten sie bei jedem Abschwung günstige Kaufchancen. Eine solche seien die Aktien des Computer- und Softwareherstellers Sun Microsystems gewesen, die 6,41 % auf 4,29 Dollar gewannen.

Der Aktienkurs des weltgrößten PC-Herstellers Dell Computer gab um mehr als drei Prozent auf 31,19 Dollar nach. Der Konzern hatte am Donnerstag nach Sitzungsende zwar Zuwächse bei Quartalsgewinn und-Umsatz bekannt gegeben. Eine baldige deutlich Erholung der Branche erwartet Dell aber nicht. Zudem konnten die Geschäftsprognosen des Unternehmens Händlern zufolge nicht überzeugen.

Der Dow-Jones-Index wurde von Kursabschlägen bei den Papieren von General Motors (GM) belastet. GM verloren 1,35 % auf 34,41 Dollar, nachdem Analysten die Aktien des Automobilherstellers herabgestuft hatten.

Erneut zurückgenommen wurden die Aktien des Herstellers von Maschinen für die Chipproduktion, Applied Materials. Das Unternehmen hatte am Donnerstag mitgeteilt, der Auftragseingang sei im April zurückgegangen. Die Papiere fielen daraufhin am Freitag um 3,9 % auf 14,31 Dollar.

Händlern zufolge sorgte das Auslaufen von Aktien- und Aktien-Indexoptionen am Freitag zusätzlich für einen sprunghaften Kursverlauf.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,4 Mrd. Aktien den Besitzer. 1679 Werte legten zu, 1600 gaben nach und 174 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Mrd. Aktien 1289 im Plus, 1831 im Minus und elf unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen 24/32 auf 101-18/32 Zähler. Sie rentierten mit 3,439 %. Die 30-jährigen Bonds legten 29/32 auf 114-30/32 Punkte zu bei einer Rendite von 4,432 %.

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