Schwacher deutscher Fernsehmarkt
Medienfirmen setzen auf TV-Messe Mipcom

Die unter dem schwachen deutschen Fernsehmarkt leidenden Produzenten und Rechtehändler hoffen auf internationales Geschäft, wenn die weltgrößte TV-Messe Mipcom am Montag im französischen Cannes beginnt.

Reuters MÜNCHEN. Die konjunkturelle Abkühlung und Anschläge in den USA werfen aber auch auf die Mipcom einen Schatten. Insgesamt 10 700 Teilnehmer haben sich nach den Angaben des Organisators Reed Midem bisher angemeldet, knapp zehn Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Doch die teilnehmenden Unternehmen aus Deutschland sind weiter zuversichtlich, auf der fünftägigen Messe rund um TV-Programme, Video und Internetauswertung wichtige Verträge unter Dach und Fach bringen zu können.

Insgesamt sind den Angaben zufolge mit rund 1 200 Unternehmen genauso viele Aussteller auf der Mipcom 2001 vertreten wie vor Jahresfrist. Die Zahl der angemeldeten Käufer fiel dagegen auf 2 195 von knapp 2 900. Deshalb rechnen Branchenvertreter auch mit einem etwas ruhigeren Geschäft und mit Preisen, die nach der Überhitzung des vergangenen Jahres wieder auf ein normales Niveau gesunken sind. Mit dem Boom am Neuen Markt hatten gerade deutsche Rechtehändler die Preise für Hollywood-Filme in die Höhe getrieben.

Information über Angebot und Nachfrage

Konkrete Erwartungen, wie viele Geschäfte auf der Mipcom in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten, will kein Aussteller äußern. Bei der Messe komme es vor allem auf die Information über Angebot und Nachfrage und die Kontaktpflege an, erläutert Dorothee Stoewahse, Sprecherin der Kirch-Media, einem der größten Inhalte-Anbieter in Cannes. "Für uns ist die Mipcom sehr wichtig, weil viele bedeutende Deals eingefädelt werden." Kirch biete in diesem Jahr viele Serien an, wichtiger im Repertoire seien aber auch Show-Formate geworden. "Auch, wenn in Deutschland der Reality-Boom nachlässt, sind die günstigen Programme international weiter gefragt", sagte sie.

Die Münchener EM.TV & Merchandising AG präsentiert sich mit ihren Kinder- und Jugendprogrammen in Cannes. Gerade für das angeschlagene Unternehmen, das sich wegen der Turbulenzen um Zahlungsschwierigkeiten und des Rücktritts von Vorstandschef Thomas Haffa kaum um das operative Geschäft kümmern konnte, ist die Kontaktaufnahme in Cannes wichtig. Von der eigenen Situation abgesehen, sorgen auch die konjunkturelle Lage und die Anschläge in den USA für Unsicherheit. "Wir sind gespannt, ob sich der Markt nach den Ereignissen verändert hat", sagte EM.TV-Sprecherin Stephanie Schusser.

Der Trickfilm-Anbieter TV-Loonland rechnet mit konkreten Resultaten auf der Mipcom. "Wir erwarten einige Produktionsabschlüsse, die zum Teil schon vorverhandelt sind", sagte Sprecherin Ilona McLean. Für die Anbieter von Jugendprogrammen beginnt die Show schon am Samstag mit dem Start der Mipcom-Junior-Messe. Aus Deutschland vertreten sind außerdem Constantin Film, RTV Family Entertainment und die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF und ARD.

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