Schwacher Dollar belastet die Ertragsrechnung
Grohe steht vor schweren Zeiten

Auch der führende Badausstatter gerät in den Sog der Flaute: Nach zehn glänzenden Jahren mit kräfigen Umsatz- und Gewinnzuwächsen erwartet Vorstandschef Körfer-Schün für 2003 lediglich Stagnation. An die Börse will Grohe erst gehen, wenn das Umfeld stimmt.

mjh DÜSSELDORF. "2003 wird ein schwieriges Jahr, trotzdem wollen wir unser Ergebnis halten", sagte Peter Körfer-Schün, der Vorstandschef von Europas führendem Badarmaturenhersteller am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. In den Jahren 1992 bis 2002 war das Ergebnis der Friedrich Grohe AG & Co. KG jährlich noch zweistellig gewachsen. Neben der anhaltenden Baukrise in Deutschland gäbe es eine Reihe neuer Belastungen, "deren Effekte wir aktuell noch nicht abschätzen können", so Körfer-Schün. Dazu zählt er die auch nach dem Irak-Krieg angespannte Lage im Mittleren Osten, die Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS in Asien sowie die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar in den vergangenen zwölf Monaten. Letztere macht Grohe offenbar zu schaffen. Auf die USA und Kanada entfallen bereits 14% des Geschäfts entfallen. Insgesamt macht das Unternehmen drei Viertel des Umsatzes im Ausland.

Als Markensteller konnte es sich Grohe bislang leisten, fast ausschließlich im Inland zu produzieren. "Auch auch Kostengründen", so Körfer-Schün, soll die Produktion mittelfristig aber stärker nach Portugal und in die USA verlagert werden. Der Auslandsanteil der Produktion werde sich so in einigen Jahren von aktuell 10 auf 15 bis 20% erhöhen. Das werde jedoch auf nicht Kosten der rund 4000 Beschäftigten in den fünf inländischen Werken geschehen, versicherte der Grohe-Chef. Im vergangenen sank die Zahl der Mitarbeiter im Konzern um 150 auf 5 806. Entlassungen gab es dabei keine. Frei werdende Stellen wurden lediglich nicht neu besetzt, sagte der Grohe-Chef.

Dank der wachsenden Internationalität - Präsenz in jetzt 140 Ländern weltweit - ist es Grohe auch im vergangenen Jahr gelungen, die Einbußen im Inland (minus 7,9%) durch Zuwächse jenseits der Grenzen (plus 5,8%) auszugleichen. Insgesamt erhöhte sich der Konzerumsatz um im Vergleich zu 2001 um 2% auf 898 Mill. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 4% auf 179,5 Mill. Euro. Die Marge des operativen Ergebnisses verbesserte Grohe auf 20% nach 19,5% im Vorjahr. Finanzvorstand Michael Grimm bezeichnete dies als "absoluten Spitzenwert" in der Sanitärtechnikbranche.

"Von den Finanzdaten wären wir bereit für den Börsengang, aber wir müssen uns wegen des schlechten Klimas für Neuemissionen noch etwas gedulden", betonte Grimm. Ursprünglich hatte Grohe vor, in der zweiten Jahreshälfte 2003 an die Börse zu gehen. Es wäre der zweite Anlauf. Vor drei Jahren hatte der neue Eigentümer, der Hamburger Finanzinvestor BC-Partners, die seit 1991 im MDax notierten Grohe-Aktien von der Börse genommen.

Am Ziel, weltweit führender Anbieter im Sanitärbereich zu werden, hält Grohe ebenfalls fest. Dabei hat die aktuelle Nummer eins, der US-Mischkonzern Masco, erst zum Jahreswechsel die Mehrheit an dem Schwarzwälder Badusstatter Hansgrohe AG übernommen.

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