Schwacher Dollar belastet
Wall Street deutlich unter Druck

Die Kursverluste des Dollar haben am Montag die US-Aktienmärkte um mehr als zwei Prozent ins Minus gedrückt. Zusätzlich belasteten Händlern zufolge enttäuschende Umsatzzahlen der Baumarktkette Lowe's die Wall Street.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow-Jones verlor 2,14 % auf rund 8493 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab sogar um 2,97 % auf 1492 Zähler nach und der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 2,49 % auf rund 920 Punkte.

Der Dollar hatte zu anderen führenden Währungen weiter kräftig an Wert verloren, nachdem US-Finanzminister John Snow am Wochenende bei einem Treffen mit seinen Kollegen aus der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G-7) die jüngsten Wechselkursbewegungen als "recht moderat" bezeichnet hatte. An den Devisenmärkten war dies als Hinweis darauf gewertet worden, dass die US-Regierung derzeit mit dem schwächeren Dollar-Kurs zufrieden sei und es keine konzertierten Aktionen mit anderen Ländern geben werde, den Kursrückgang des Dollar zu stoppen. Am Montag bekräftigten die USA indes ihre Dollar-Politik erneut. "Es gibt keine Änderung der Politik", sagte ein Sprecher des US-Finanzministeriums vor Journalisten.

"Ein schwacher Dollar ist gut für unsere Exporteure, aber er ist furchtbar für die Wall Street, weil er Ausländer von Engagements in auf Dollar lautende Anlagen abhält", sagte Arthur Hogan, Marktanalyst bei Jefferies & Co. "Der Markt mag einen starken Dollar und eine Politik des starken Dollar, und es ist deutlich, dass Snow nicht in diese Richtung zeigt."

Derzeit hielten sich die Kursverluste des Dollar zwar noch in Grenzen, sagte Keith Keenan vom Brokerhaus Wall Street Access. "Aber es gibt Ängste, dass wir eine Panik sehen werden und in großem Umfang Geld aus den US-Kapitalmärkten abgesogen wird." Der Euro war am Vormittag in Europa bis auf 1,1738 Dollar gestiegen und notierte damit nur knapp unter 1,1747 Dollar - seiner Erstnotiz vom 4. Januar 1999 in Australien.

Die Aktien von Lowe's schlossen 9,03 % schwächer bei 40,30 Dollar. Die Baumarktkette hatte mit ihrem Quartalsumsatz die eigenen Erwartungen verfehlt. Auch der Kurs der Aktien von Branchenprimus Home Depot fiel bis Handelsende um 3,84 % auf 28,07 Dollar. Die Titel von Merck & Co verloren 4,77 % auf 56,65 Dollar nach einer für das Unternehmen ungünstigen Gerichtsentscheidung.

Zu den wenigen Gewinnern zählten die Titel von Biotechnologieunternehmen. Die Aktien von Genentech kletterten um mehr als 16 Dollar oder knapp 45 % auf 54,85 Dollar, nachdem das Unternehmen Erfolge im Zusammenhang mit seinem derzeit getesteten Darmkrebsmittel Avastin bekannt gegeben hatte. Avastin wirkt dem Unternehmen zufolge weitaus stärker lebensverlängernd als bislang angenommen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,36 Mrd. Aktien den Besitzer. 952 Werte legten zu, 2327 gaben nach und 164 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,66 Mrd. Aktien 952 im Plus, 2224 im Minus und 24 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 2/32 auf 101-01/32. Sie rentierten mit 2,402 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 9/32 auf 101-13/32 und hatten eine Rendite von 3,457 %.

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