Schwacher Euro und steigende Ölpreise dämpfen Wachstumsperspektive
Dax-Ausblick: Der Ölpreis gibt den Ton an – und zwar in Moll

DÜSSELDORF. Der Dax hat den Herbst-Blues. "Abwarten und defensiv vorgehen", lautet die Wochenstrategie der Analysten.

Der Schwung vom Anfang des Monats, als der Dax kurz vor der Marke von 7500 Punkten stand, scheint verflogen. Steigende Ölpreise schnüren ihm die Luft ab und werden auch in der kommenden Woche kaum Raum für positive Überraschungen lassen. Der September ist bereits traditionsgemäß anfällig für Korrekturen, doch kommen diesmal besondere Belastungsfaktoren hinzu: Die Rohölpreise steigen trotz Ankündigungen des Opec-Kartells die Fördermengen zu erhöhen weiter, und der Euro kennt scheinbar auch nur noch eine Richtung - nach unten. Gravierende Veränderungen für das Börsenumfeld der kommenden Woche werden auch von Wolfgang Sawazki, Analyst bei der West LB Research GmbH, nicht erwartet. "LKW- Blockaden und Protestaktionen verschlechtern das Sentiment auf dem Parkett. Wenn der Ölpreis nicht unter 30 $ fällt, sehe ich kein Ende der Seitwärtsbewegung in Sicht", so der Experte.

Für die nächste Woche prognostiziert er einen Punktestand des Dax zwischen 6900 und 7300 Punkten. "Mehr ist nicht realistisch" - Anleger beäugten skeptisch die unter den Ölpreisen kräftig anziehenden Inflationsraten und dürften sich dementsprechend zurückhaltend verhalten, glaubt Sawazki. Weiterhin könnten auch Gewinnwarnungen exportabhängiger Unternehmen aus den USA zu negativen Impulsen für den deutschen Markt führen.

Schwäche des Euros richtig nutzen



Kleinanlegern empfiehlt Sawazki angesichts der Euro-Schwäche in Titel zu investieren, die vom hohen Dollarkurs profitieren. Hier sieht er aufgrund ihrer starken Ausrichtung auf den US-Markt insbesondere die Aktie der Fresenius-AG auf dem Vormarsch, dicht gefolgt von Schering . Aber auch Bayer und BASF seien auf dem derzeitigen Kursniveau durchaus schon wieder einen Einstieg wert.

Mit Verkaufsempfehlungen hält sich der Analyst zurück. Zykliker befänden sich am unteren Ende ihres Abwärtstrends. Die Aktien seien derzeit zwar sehr billig, aber " für einen Wiedereinstieg noch nicht zu empfehlen."

Nachzügler präsentieren ihre Halbjahreszahlen



Unspektakulär sieht auch die DG-Bank die kommende Börsenwoche; sie sieht den Dax sich weiterhin in der Nähe der kritischen Marke von 7000 Punkten bewegen. Die Münchener Rück wird als Nachzügler am Donnerstag ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Wie bei der Allianz ist auch hier nicht mit großen Neugkeiten zu rechnen. Für das Gesamtjahr erwartet die Versicherung einen Anstieg der Beitragseinnahmen um 3-4% auf 28,5 Mrd. Euro und eine Verbesserung des Nettogewinns um mindestens 10%. Das gute Ergebnis dürfte sich nach Einschätzung der Bank stabilisierend auf den ebenfalls durch die Neu-Gewichtung des Euro-Stoxx unter Druck geratenen Kurs auswirken.

"Keine schlechten Meldungen sind gute Meldungen"



Analyst Mathias Jörss von der BHF-Bank verbreitet Optimismus - er sieht die Situation am deutschen Markt gelassen: "Wenn wir erst mal die Umstellung der Euro-Stoxx-Gewichtung auf den niedrigeren Streubesitz hinter uns haben, kann der Dax im Laufe der Woche schnell wieder 200-300 Punkte gewinnen." Auch die steigenden Ölpreise kann er (noch) nicht dramatisch finden, sein Motto lautet: Keine schlechten Meldungen, das heißt keine gravierenden Ölpreiserhöhungen und keine Gewinnwarnungen aus den USA in den nächsten Tagen, sind schon wieder gute Meldungen!" Ein besonders positives Rating gibt der Analyst der Linde -Aktie, da sich der Maschinenbau-Sektor allgemein gut entwickeln dürfte.

Ungerechtfertigtes Tief



Jörss zeigt sich nicht unbegründet so zuversichtlich: Die Analysten gehen davon aus, dass sich im Moment viele Aktien auf einem "künstlich gedrückten Niveau" befinden. Die Telekom -Aktie oder die Versicherungstitel Allianz und Münchener Rück dürften sich nach Abflauen der Turbulenzen durch die Index-Anpassungen schnell wieder erholen. Der Kurs der Deutschen Bank -Aktie leidet Jörss? Meinung nach ebenfalls zu Unrecht. Spekulationen, daß die Deutsche Bank JP Morgan ein Gegenangebot unterbreiten könnte, hält die BHF-Bank für unwahrscheinlich. Auch wenn die Deutsche Bank nun unter Zugzwang steht, sie wird den Zug bestimmt nicht verpassen.

Die folgende Tabelle zeigt die Einschätzungen der Hessischen Landesbank für die Dax-30-Aktien:

Hessische Landesbank

Gewinn je Aktie 00e

Gewinn je Aktie 01e

Empfehlung

Datum Empfehlung

Adidas Salomon4,14,7kaufen27.01.00

Allianz

10,412,0halten05.04.00

BASF

2,53,5kaufen03.05.00

Bayer

2,42,6halten08.05.00

BMW

1,72,4halten28.04.00

Commerzbank

2,82,3halten07.02.00

DaimlerChrysler

6,16,7kaufen28.07.00
Dt. Bank8,28,5kaufen07.04.00
Degussa-Hüls2,32,7halten03.03.00
Dresdner Bank2,32,6halten05.10.99
Dt. Telekom0,440,24halten02.08.00

Eon

3,23,8halten06.09.00

Epcos

3,34,0halten21.02.00

FMC

2,62,9halten19.10.99

Henkel

Vz.
3,23,6halten24.03.00
HypoVereinsb2,63,2halten25.07.00

Infineon

0,660,98kaufen08.05.00

Karstadt

-Quelle
1,52,0kaufen28.06.00

Lufthansa

1,61,8kaufen25.11.99

Linde

2,42,7halten28.08.00

MAN

2,52,6halten11.09.00

Metro

1,11,3halten28.06.99
Münchner Rück.7,68,7kaufen03.04.00
Preussag1,92,2halten23.02.00

RWE

2,12,2kaufen31.05.00

SAP

Vz.
2,73,3kaufen13.01.00

Schering

1,82,1halten08.08.00

Siemens

3,23,7halten03.08.99
Thyssen Krupp1,01,4halten31.05.00

Volkswagen

3,84,6halten06.04.00
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%