Schwacher Euro und steigender Ölpreis wirken sich aus
Analysten erwarten für Mai moderate Inflation

vwd FRANKFURT. Die Experten erwarten im Mai eine moderate Teuerung der deutschen Verbraucherpreise. Am Mittwoch oder Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die vorläufige Teuerungsrate vorlegen. Eine beschleunigte Inflation erwartet Harald Finger von der Deutschen Bank Research auf Grund der wieder steigenden Ölpreise und des nochmals schwächeren Euros. Er prognostiziert gegenüber dem Vorjahresmonat eine Teuerung von 1,7 % nach 1,5 % im April. In der Monatsrate erwartet er plus 0,2 % nach einer Stagnation im Vormonat und saisonbereinigt unveränderten 0,1 %.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet Finger mit einem leichten Anstieg in Richtung 2 %, aber nicht darüber. Der Ölpreis sollte sich bei 24 $ je Barrel einpendeln. Wegen des Basiseffektes infolge der Einführung der ersten Stufe der Ökosteuer im Frühjahr 1999 sieht Bernd Weidensteiner von der DG Bank eine gewisse Entspannung in der Jahresrate, die er auf 1,6 % schätzt. Im Monatsvergleich geht er von einem Anstieg um 0,1 % aus. Auch er nennt die steigenden Ölpreise als auch den rückläufigen Euro-Kurs als Hauptgründe für die positive Monatsrate.

Im weiteren Jahresverlauf erwartet er eine Entspannung, da der Basiseffekt infolge der stark anziehenden Preise in der zweiten Jahreshälfte 1999 für Entspannung sorgen sollte. Für das Gesamtjahr prognostiziert Weidensteiner eine Teuerung in Deutschland von 1,6 %. Gegen Jahresende sieht er die Teuerung bei 1,2 oder 1,3 %. Mit einer sogar um 0,1 % rückläufigen Monatsrate rechnet Christoph Hausen von der Commerzbank. Gegenüber Mai 1999 dürfte die Inflationsrate ebenso wie im Vormonat bei 1,5 % gelegen haben.

Seine optimistische Prognose begründet er damit, dass dieses Jahr die Osterfeiertage erst Mitte April waren. In der Ferienzeit seien die Pauschalreisen, die eine Preiskomponente darstellen, relativ teuer. Danach würden diese wieder sinken. Normalerweise wirke dieser Effekt entlastend in der April-Rate, dieses Jahr aber erst im Mai, erklärt Hausen. Die Ölpreise dürften im Mai noch keine bedeutende Rolle spielen, der Effekt der neuerlichen Verteuerung dürfte erst im Juni spürbar sein. Für 2000 hob Hausen die Inflationsprognose auf 1,5 von 1,3 % an.

Für die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Erzeugerpreise im April schätzt er eine Jahresrate von 2,0 (März: 2,4) % und im Monatsvergleich plus 0,3 (unverändert) %. Die Einfuhrpreise sollten im April seiner Ansicht nach das Niveau des Vorjahresmonats um 9,9 (10,9)  % übertreffen, während sie gegenüber März 0,2 (plus 0,8) % niedriger ausfallen sollten. Weidensteiner (DG Bank) und Finger (Deutsche Bank Research) prognostizieren für die Erzeugerpreise jeweils 1,8 bzw. 0,1 %. Bei den Einfuhrpreisen erwartet Weidensteiner 10,2 bzw. 0,1 % und Finger 9,7 bzw. minus 0,4 %.

Hausen verweist auf die im Mai ungünstige Entwicklung bei Ölpreis und Euro, weshalb er von einer Verschlechterung ausgeht.

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