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Schwacher Handelsbeginn

Sowohl der Dow Jones Index als auch der Nasdaq Composite starten im Minus. Offensichtlich müssen die Anleger heute mit einer Verschnaufpause rechnen. Nach der Kursrally der vergangenen Tage wäre dies keine Überraschung. Der Index der 30 Standartwerte konnte seit vergangenem März 15 Prozent zulegen. Der Technologieindex kletterte seit Anfang April sogar um 26 Prozent.

Auftrieb könnten die Aktien heute aus der Analystenwelt bekommen. Prudential Securities Analyst Greg Smith ist sich sicher, dass die Dynamik der laufenden Rally anhalten werde. Aktienfonds dürften die Barreserven investieren und Investorenkapital umschichten. Die Fondmanager werden defensive Werte verkaufen und in Werte investieren, die von einer möglichen Konjunkturerholung profitieren und über solide Ertragsaussichten verfügen. "Wie man bei PC-Aktien sehen konnte, reicht ein Funke Hoffnung, um dramatische Kursgewinne auszulösen", beobachtet Smith. Chartanalyst Ralph Acampora sieht den Dow Jones Index kurzfristig zwischen 10.800 und 11.000 Punkten. Der Nasdaq habe Potenzial bis 2.500 Punkte.

Schwach tendiert heute der Chipsektor, nachdem der Chiphersteller Xilinx die Gewinnerwartungen der Analysten um drei Cents je Aktie verfehlte. Obwohl PMC-Sierra die zuvor revidierten Erwartungen erreichen konnte, notieren die Aktien der Chipunternehmen deutlich schwächer. Intel, Texas Instruments, Micron Technologies, Xilinx, Advanced Micro Devices und Altera liegen im Minus.

Auch die Finanzwerte büßen Punkte ein. Nachdem die Brokerhäuser gestern unter negativen Kommentaren von UBS Warburg zu leiden hatten, verlieren die Werte heute erneut. J.P. Morgan, Goldman Sachs, Lehman Brothers, Morgan Stanley Dean Witter, Citigroup und Bank of Amerika tendieren schwächer.

Positive Nachrichten kommen dagegen aus dem Hause Microsoft. Mit einem Gewinn von 2,39 Milliarden Dollar oder 44 Cents je Aktie konnte der Softwarekonzern die Analystenschätzungen um zwei Cents schlagen. Besonders beeindruckend war die Umsatzentwicklung. Die Einnahmen kletterten über 14 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Dollar und schlugen die Analystenerwartungen deutlich. Während Microsoft und Dell Im Plus notieren, verliert Apple über zwei Prozent.

Auch Merck liefert solide Quartalszahlen. Der US-Pharmakonzern kann die Gewinnerwartungen der Analysten mit einem Ertrag von 73 Cents je Aktie erfüllen. Der Umsatz stieg sogar über 28 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Das Management befürchtet jedoch, dass das Wachstum in den kommenden Quartalen geringer ausfallen könnte. Die Anleger bestrafen die schwachen Prognosen mit einem Kursabschlag von über vier Prozent. Auch die Konkurrent Bristol-Myers und Eli Lilly notieren schwächer. Pfizer pendelt um den Vortagesschlusskurs.

Nortel Networks enttäuscht die Anleger. Zwar kann der führende Telekommunikationsausrüster die Analystenerwartungen erfüllen, jedoch will das Management aufgrund der ungewissen Wirtschaftslage keine Zukunftsprognose abgeben. Diese Aussage bestrafen die Anleger mit einem Kursabschlag von über vier Prozent. Auch der Konkurrent Lucent Technologies tendiert im Minus.

Ericsson und Nokia dürften den Handysektor in den Keller ziehen. Das schwedische Handyunternehmen Ericsson verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 485 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Als Gegenmaßnahme werden 10.000 Arbeitsplätze gestrichen. Angesichts der unsicheren konjunkturellen Lage hat Ericsson keine Prognosen für das Gesamtjahr abgegeben. Nokia kann zwar die zuvor revidierten Erwartungen schlagen, reduziert jedoch ebenfalls die Prognosen für das laufende Jahr. Ericsson liegt über 16 Prozent. Auch die Konkurrenten Nokia und Motorola tendieren schwächer.

Für Freude sorgte gestern nach Handelsschluss Ebay. Das Internetauktionshaus kann die Gewinnerwartungen der Analysten treffen und den Umsatz um 79 Prozent auf 154,1 Millionen Dollar steigern. Gestiegene Kundenzahlen und höhere Gebühren trugen zu dem guten Ergebnis bei. Ebay notiert mit einem Plus von über acht Prozent.

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