Schwacher Handymarkt stoppt den Marktführer für Kommunikationschips
Texas Instruments signalisiert Umsatzrückgang

Texas Instruments, weltgrößter Hersteller von Chips für Mobilfunkgeräte, konnte im vierten Quartal 2000 den Gewinn nur um 22 % steigern und damit die Erwartung der Analysten an der Wall Street nicht erreichen. Die geringere Nachfrage nach Mobilfunk-Handys und PC beeinträchtigten das Geschäft.

HB PALO ALTO. Der Elektronik-Konzern Texas Instruments mit Sitz in Dallas, Texas, ist der Marktführer unter den Herstellern von Kommunikationschips. Diese Stellung hat das häufig nur kurz TI genannte Unternehmen seinem technischen Vorsprung bei DSP-Chips (Digitale Signal Prozessoren) zu verdanken. Sie werden vor allem in Mobilfunk- Handys, aber auch in Personalcomputern, Settop-Boxen für das digitale Fernsehen und in Geräten der Netzaurüstung eingesetzt.

Der Mobilfunkboom der letzten Jahre hat TI nach schwierigen Zeiten wieder in die erste Liga der Halbleiterhersteller gehievt. Eine geringere Nachfrage vom Handy-Markt zwingt nun Texas Instrument allerdings dazu, seine Prognose für das Geschäftsjahr 2001 zu überdenken.

Am Montag nach Börsenschluss hat Texas Instruments die Ergebnisse für das 4. Quartal und das Geschäftsjahr 2000 (31.12.) bekanntgegeben. Dabei konnte der Reingewinn (ohne Berücksichtung von Sondereinnahmen) um 22 % auf 549 Mill. $ ( 448 Mill. $) oder 31 (25) Cents je Aktie gesteigert werden. Analysten hatten in einer Umfrage von First Call / Thomson Financial jedoch mit einem Gewinn von 33 Cents je Aktie gerechnet.

Die unterschiedliche Einschätzung dürfte in erster Linie daran gelegen haben, dass Texas Instruments als eines der wenigen Unternehmen des Technologiesektors im Dezember keine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses des vierten Quartals im Oktober hatten die Texaner jedoch bereits vorsichtig auf eine mögliche rückläufige Entwicklung am Mobilfunkmarkt hingewiesen.

Beim Quartalsumsatz konnte TI um 15 % auf 3,03 Mrd. $ (2,64 Mrd. $) zulegen. Der Umsatz des Geschäftsjahres 2000 lag bei 11,86 Mrd. $ wobei ein Jahresgewinn von 2,17 Mrd. $ oder 1,22 $ je Aktie verbucht werden konnte. Halbleiterumsätze stiegen während der gleichen Zeitspanne von 2,29 Mrd. $ auf 2,70 Mrd. $. Die Auftragseingänge seien allerdings in dieser Zeit um 2 % auf 2,77 Mrd. $ gesunken, teilte TI mit. Der operative Gewinn habe von 584 Mill. $ auf 683 Mill. $ zugenommen. Dabei habe sich die Marge um 0,4 Prozentpunkte auf 22,5 % erhöht. Aufgrund geringerer Umsätze werde die Marge nun wieder sinken.

Angesichts eines derzeit stagnierenden Mobilfunk-Marktes erwartet Texas Instrument im ersten Quartal einen Umsatz, der um etwa 10 % unter dem Umsatz des Vorquartals liegen wird. Als Grund dafür wurde genannt, dass die Handy-Hersteller bereits signalisiert hätten, in den nächsten Monaten bei ihrer Produktion auf die noch gut gefüllten Läger zurückgreifen zu wollen.

Im laufenden Jahr sollen die Kapitalausgaben von 2,8 Mrd. $ auf 2,6 Mrd. $ sinken. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden hingegen von 1,6 Mrd. $ auf 1,7 Mrd. $ steigen. Eine positive Entwicklung meldete Texas Instruments in zwei Produktionsbereichen, bei Analogchips und bei speziellen DSP-Chips für Breitbandeinsätze. Bei den Analogchips, die Signale nicht im Digitalkode (0/1), sondern als Wellen verarbeiten, konnte der Umsatz im 4. Quartal um sechs Prozent gesteigert werden. Das liegt daran, dass DSP-Chips in praktisch allen Geräten, nicht nur in Handys, die Unterstützung ihrer Analog-Verwandten brauchen.

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