Schwaches Egebnis im 1. Quartal
Internationalmedia rechnet mit steigenden Kinobesucherzahlen

Der Münchener Filmfinanzierer IM Internationalmedia AG erwartet wegen der nachlassenden wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland mehr Kinobesucher und ein deshalb besseres Geschäft.

Reuters MÜNCHEN. "Kinogänger verhalten sich antizyklisch und frequentieren besonders in wirtschaftlich schlechten Zeiten vermehrt die Filmtheater, um ihre Alltagssorgen zu vergessen. Davon werden wir profitieren", sagte der Vorstandschef von IM Internationalmedia AG, Florian Bollen, auf der Hauptversammlung am Donnerstag in München. Auf Grund des derzeit hohen Bestands an liquiden Mitteln kündigte er für die nächste Zeit Akquisitionen an. Obwohl sich die Fortsetzung des Kassenschlagers "Basic Instinct" weiter verzögere, wolle IM im laufenden Jahr 13 bis 15 Filme ausliefern, sagte er weiter.

Keine Überraschungen im 2. Quartal

Bollen erwartet nach einem schwachen Ergebnis im ersten Quartal "auch im zweiten keine Überraschungen" und betonte vor seinen Aktionären, dass IM traditionell im starken vierten Quartal mehr als 50 Prozent seines Jahresumsatzes und-gewinns erziele. Aktionärsvertreter sagten, im Vergleich zu anderen Medienwerten habe sich Internationalmedia immer noch gut gehalten. Seit dem Börsengang im Mai 2000 verloren die Aktien rund 12,5 Prozent, während der Neue-Markt-Index Nemax 50 insgesamt um knapp 80 Prozent einbrach.

IM beteilige sich bereits in einem frühen Stadium an Filmen und erwerbe dadurch die weltweiten Verwertungsrechte, erläuterte Bollen das Geschäftsmodell. "Wir sind schon von der Drehbuchentwicklung beteiligt, planen danach durch Vorverkauf der Rechte das Finanzierungsvolumen und überlassen die Produktion des Films Auftagsproduzenten." So trage IM kein Risiko bei der Finanzierung der steigenden Produktionskosten, verfüge aber über die weltweiten Rechte für Filmvertrieb, Soundtrack und Merchandising.

Eigene Filme laufen gut

Mit einem Anteil von über 60 Prozent am Gesamtumsatz 2000 von 193,2 Mill. Euro sei die Sparte "Eigene Filme" Hauptumsatzträger und solle es auch künftig bleiben, sagte Bollen. Die Sparten "Zugekaufte Rechte" und Finanzierungserlöse hätten 2000 19,7 Mill. Euro und 13,6 Mill. Euro umgesetzt. Die neu gegründete Filmmusik-Produktionsfirma könne bei starkem Wachstum und entsprechenden Management-Ressourcen zum vierten Standbein des Konzerns entwickeln. Bei Kosten von zunächst 1 Mill. Dollar pro Jahr solle die Soundtrack-Tochter erstmals 2002 Umsätze erzielen.

Konkurrenten mit einem IM vergleichbaren Geschäftsmodell sind nach Ansicht von Bollen die mittlerweile zum Disney-Konzern gehörende Miramax und die von AOL Time Warner aufgekaufte New Line Cinema.

IM verfügte nach eigenen Angaben zum 31. März 2001 über liquide Mittel in Höhe von rund 179 Mill. Euro.

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