Schwaches Marktumfeld
E-Multi senkt Prognosen und plant Entlassungen

Die auf Internetspiele spezialisierte e.multi AG hat ihre Prognosen für 2001 gesenkt und will mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter entlassen. Es werde nunmehr ein Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 4,5 Mill. Euro statt der zuvor prognostizierten 13 Mill. Euro erwartet, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Reuters FRANKFURT. Zudem werde mit einem Jahresfehlbetrag von neun Mill. Euro statt mit des zuvor angepeilten Jahresüberschuss von 0,7 Mill. Euro gerechnet. Mit Hilfe der Maßnahmen eines Kostensenkungsprogramms gehe der Vorstand von einem Erreichen der Gewinnzone im ersten Quartal 2002 aus. Noch Ende August hatte die Gesellschaft bekräftigt, für das dritte Quartal 2001 die Gewinnzone anzustreben. Die e.multi-Aktie fiel in einem etwas festeren Gesamtmarkt um mehr als 28 % auf 0,58 Euro.

Den Angaben zufolge lässt das anhaltend schwache Marktumfeld ein Erreichen der "ehrgeizigen Ziele" nicht mehr zu. Ein Großteil der geplanten Gewinnspiele für das dritte und das vierte Quartal seien auf unbestimmte Zeit verschoben oder vollständig abgesagt worden. Die jüngsten internationalen Entwicklungen hätten zudem bei bei Medien und Sponsoren das "Desinteresse an Entertainmentinhalten" verstärkt, hieß es. Vorstand und Aufsichtsrat hätten nun ein umfassendes Restrukturierungsprogramm beschlossen, um e.multi wieder neu auf die Kernkompetenz Entertainment auszurichten.

Dabei wolle sich die Gesellschaft auch von unrentablen Tochtergesellschaften trennen. Um welche Töchter es sich dabei handelt, wollte Unternehmenssprecher Steffen Schäfer auf Anfrage nicht sagen. Hier liefen noch Verhandlungen. Schäfer sagte aber, e.multi wolle sich von 50 bis 60 % seiner Mitarbeiter trennen. Zum 30. Juni habe e.multi noch 67 Mitarbeiter beschäftigt. Den Angaben zufolge wird das Ergebnis von e.multi wegen dieser Neustrukturierung von Sonderabschreibungen und Rückstellungen zunächst stark belastet. Durch die geplanten Anteilsverkäufe werde aber ein Liquiditätszufluss von zwei vier vier Mill. Euro angestrebt. Mit Hilfe des Kostensenkungsprogramm gehe der Vorstand von einem Erreichen der Gewinnzone im ersten Quartal 2002 aus, hieß es.

Im ersten Halbjahr 2001 hatte das Unternehmen seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 198 % auf 2,957 Mill. Euro gesteigert, dabei aber seinen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 2,66 Mill. Euro von minus 0,97 Mill. Euro in der Vorjahresperiode ausgeweitet. Ende August hatte e.multi noch seine Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt und weiter daran festgehalten, im dritten Quartal 2001 die Gewinnzone erreichen zu wollen.

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