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Schlappe US-Konsumstimmung stoppt den Dax

Die enttäuschenden Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen haben den Dax zum Wochenschluss ins Minus gedrückt. Anleger nahmen Gewinne mit.

rtr FRANKFURT. Der überraschende Rückgang des viel beachteten Index des US-Verbrauchervertrauens hat der mehrtägigen Aufstiegsserie des Deutschen Aktienindex (Dax) am Freitag ein vorläufiges Ende gesetzt. Das schwindende Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung habe am Aktienmarkt Gewinnmitnahmen ausgelöst, sagten Börsianer mit Blick auf die aktuellen Kursverluste nach dem Ansteigen des Dax in den vergangenen Tagen. Es sei zwar etwas enttäuschend, dass sich das Börsenbarometer nicht oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 3200 Punkten habe halten können.

Dennoch erwarten Händler in der kommenden Woche weitere Kursgewinne. Die Anleger in Deutschland konzentrierten sich derzeit eher auf Spekulationen um eine erneute Zinssenkung der der Europäischen Zentralbank (EZB), hieß es zur Begründung. Eine Lockerung der Geldpolitik gilt als ein Mittel zur Ankurbelung der Konjunktur, da sich Unternehmen dann billiger mit Kapital für Investitionen eindecken können. Nach vorläufigen Berechnungen der Universität von Michigan fiel der Verbrauchervertrauensindex im Juni auf 87,2 Punkte von 92,1 Zählern im Vormonat. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 93,4 Stellen gerechnet. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Michigan-Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Der Dax schloss am Freitag 1,58 % tiefer bei 3168,71 Zählern, lag damit aber immer noch über dem Niveau vor Wochenfrist. Der Nebenwerte-Index MDax verlor am Freitag um 0,07 % auf 3533,95 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab um 2,53 % auf 424,72 Zähler nach.

Die Aktien von SAP stiegen gegen den Markt-Trend um 1,3 % auf 108 ?. Die Papiere profitierten Händlern zufolge vom Quartalsüberschuss des US-Softwareherstellers Oracle, der mit 0,16 Dollar je Aktie die Analystenprognose von 0,14 Dollar übertraf. Zudem spekulierten einige Anleger offenbar darauf, dass SAP vor dem Hintergrund des Übernahmekampfes um PeopleSoft seinen Marktanteil zu Lasten seines Konkurrenten ausbauen könne. Oracle will den PeopleSoft für 5,1 Mrd. Dollar übernehmen. Der SAP-Konkurrent hat die Offerte aber als zu niedrig zurückgewiesen.

Im MDax stiegen die Titel von ProSiebenSat.1 um 6,92 % auf 5,56 ?. Spekulationen zufolge sollen die stimmrechtslosen Vorzugsaktien der TV-Senderkette in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt werden. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,14 % im Minus bei 9091,02 Stellen, während der Nasdaq-Index 1,59 % auf 1627,40 Punkte verlor.

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