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Schwächerer Handelsstart erwartet

Am Dienstagmorgen machen die Eröffnungsindikatoren einen miesmutigen Eindruck. Sowohl der S&P als auch der Dow Future befinden sich in der Verlustzone. Lediglich der Nasdaq Future notiert im Plus.

Neue Konjunkturdaten könnten den heutigen Handelsverlauf beeinflussen. Mit Spannung erwartet die Wall Street heute Zahlen zum Konsumentenvertrauen, das das Vertrauen individueller Haushalte in die zukünftige Konjunkturentwicklung zeigt. Der Index, der ein Indikator für steigende oder fallende Konsumausgaben ist, lag im Vormonat bei 106,8. Den Konsensschätzungen zufolge soll er im Monat März etwas fallen, was bedeutet, dass Amerikaner weniger Vertrauen in ihre Wirtschaft haben. Die Wall Street hofft zusätzlich auf freundliche Worte von Alan Greenspan, der augenblicklich auf einer Konferenz der National Association for Business Economics redet. Investoren hoffen, dass er sich positiv zu einer weiteren Zinssenkung äußert.

Frischer Wind weht vorbörslich vom Pharmasektor. Übernahmespekulationen um den Pharmariesen Johnson & Johnson haben sich bestätigt. Johnson & Johnson wird den Hersteller von Spezialpharmazeutik Alza für 11,8 Milliarden Dollar übernehmen und damit den größten Kauf in der Firmengeschichte tätigen. Johnson & Johnson ist auf der Suche nach neuen Medikamenten, um fallende Verkaufszahlen des Schizophreniemittels Rispendal und des Anämiemedikaments Procrit auszugleichen. Durch den Kauf von Alza wird das Mittel Concerta, ein Medikament gegen Konzentrationsschwierigkeiten, hinzugewonnen. Vor Börsenbeginn notiert Johnson & Johnson schwächer. Für die Alza Aktie könnte es weiter nach oben gehen. Sie ist vorbörslich die meistgehandelte Aktie.

Auch General Electric kann von einem Übernahmenangebot profitieren. Die Societe Europeenne des Satellites will das Satellitengeschäft von General Electric für rund fünf Milliarden Dollar kaufen. Laut Angaben von SES sei es kein Geheimnis, dass die luxemburgische Firma die Expansion nach Amerika plane. Die Satellitensparte GE Americom soll SES den Zugang auf den amerikanischen Markt ermöglichen. Bisher klafft im globalen Netzwerk der europäischen Firma in den USA noch eine große Lücke. Die Aktie von General Electric tendiert vorbörslich leicht über dem Vortagesniveau.

Probleme könnte heute erneut der Chipsektor bekommen. Nachdem bereits gestern zwei Chiphersteller gewarnt hatten, senken heute wieder zwei Unternehmen ihre Prognosen: Vitesse Semiconductors warnt bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen. Begründet wurde die weiterhin getrübte Aussicht mit schwacher Nachfrage und gestrichenen Aufträgen. Auch TranSwitch, ein Hersteller von Chips für Telekommunikationszubehör, reduziert seine Prognosen. Sowohl für das erste als auch für das zweite Quartal wird der Gewinn und der Umsatz geringer als erwartet ausfallen. Telefongesellschaften haben ihre Ausgaben zurückgefahren, was sich auch auf die Geschäftszahlen der Halbleiteranbieter negativ auswirkt.

Trotz der schwäche auf dem Chipsektor erhalten die Hersteller von programmierbaren Chips Analystenlob. Goldman Sachs empfiehlt die Aktien von Altera und Xilinx als "Market Outperformer". Altera ist nach Xilinx die Nummer Zwei bei Umsatz und Gewinn, doch dies könnte sich im kommenden Jahr ändern. Altera habe in diesem Jahr interessante neue Produkte auf den Markt gebracht, so das Analystenhaus.

Für Gesprächsstoff sorgt vorbörslich Ericsson. Der schwedische Handyhersteller wird 3.000 Arbeitsplätze und damit drei Prozent der Arbeitsplätze abbauen, um jährlich Kosten in Höhe von mindestens zwei Milliarden Dollar zu sparen. In Großbritannien sollen Fabriken ihre Produktion zurückfahren. Erst vor zwei Wochen hat Ericsson eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

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