Schwarze Zahlen für 2002 vorgesehen
Ford verpasst Rückkehr in die Gewinnzone

Ford Deutschland hat das erklärte Ziel zur Rückkehr in die Gewinnzone nicht erreicht und im vergangenen Jahr noch einmal rote Zahlen geschrieben. Die positiven Erträge sollen nun endgültig in diesem Jahr geschafft werden. Neue Modelle sorgen dafür, dass die Ford-Tochter Absatz und Marktanteil steigert.

zel KÖLN. Das US-Geschäft hat der Kölner Ford-Werke die Bilanz verhagelt und im vergangenen Jahr die geplante Rückkehr in die Gewinnzone verhindert. Die deutsche Tochter des amerikanischen Ford-Konzerns hat es lediglich geschafft, im operativen Geschäft den Verlust von 171 Mill. Euro auf 80 Mill. Euro zu vermindern. "Die amerikanische Marktschwäche hat unseren Break-even weiter hinausgeschoben", begründete Vorstandschef Rolf Zimmermann am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Köln den erneuten Verlust im operativen Geschäft. Ein Motorenwerk hat im vergangenen Jahr 144 000 Aggregate weniger als geplant nach Nordamerika geliefert und damit ein Loch von 40 Mill. Euro gerissen.

Für das laufende Jahr versprach Zimmermann Besserung. "Wir arbeiten wieder normal im Motorenwerk", sagte der deutsche Ford-Chef. Im Jahr 2002 soll das Unternehmen definitiv im operativen Geschäft wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Ford-Vorstand rechnet mit einem zweistelligen Ergebnis. Im Jahr 2000 hatte die Ford-Werke bereits einen positiven Jahresüberschuss in Höhe von 215 Mill. Euro ausgewiesen - allerdings bedingt durch Sondereffekte aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen.

Die deutsche Ford wertet die Verluste aus dem Motorengeschäft mit den USA - der Mutterkonzern setzt die Aggregate in amerikanischen Autos ein - allenfalls als Ausrutscher. Mit dem deutschen und dem europäischen Kerngeschäft liege die Ford-Werke im Plan. Marktanteil und Verkaufszahlen gingen weiter nach oben, und bei den Käufern verbessere sich auch das Ford-Image kontinuierlich. Ohne die Belastung aus dem US-Motorengeschäft hätten die Kölner im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben, betonte Zimmermann.

Mit mehr als einer Million abgesetzten Autos habe die deutsche Tochter das "beste Verkaufsergebnis seit mehr als zehn Jahren" erreicht. Der Umsatz ist im Jahr 2001 um 24 % auf 16,3 Mrd. Euro gestiegen - Ergebnis des wachsenden Käuferinteresses an der erneuerten Ford-Produktpalette.

Auch von außen wird bestätigt, dass sich die deutsche Ford-Tochter auf dem richtigen Weg befindet. "Ford ist wieder ein ernst zu nehmender Wettbewerber", sagte Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst bei der Düsseldorfer WestLB. Er warnte jedoch vor einer Fehleinschätzung der jüngsten Kölner Verkaufserfolge. Die Ford-Tochter sei durch Fehler in der Unternehmenspolitik in den 90er-Jahre tief abgerutscht. Das Unternehmen starte jetzt auf einer niedrigen Basis, die jüngsten Erfolge müssten also relativiert werden. Im schwächsten Jahr war Ford auf einen Marktanteil in Deutschland von weniger als 8 % abgerutscht, zu den besten Zeiten lag das Unternehmen bei mehr als 12 %. Aktuell verzeichnet das Kraftfahrtbundesamt wieder einen Anteil von 9,1 % für Ford.

Ford-Chef Zimmermann bezeichnete die nun für dieses Jahr angekündigte Rückkehr in die Gewinnzone als Zwischenstation. Um wirtschaftlich dauerhaft eine gesunde Basis zu besitzen, müsse die Ford-Werke eine Umsatzrendite zwischen 3 % und 4 % erreichen. Das wiederum setze in Deutschland und Europa einen Marktanteil von gut 10 % voraus. Der Export in europäische Nachbarländer ist unverzichtbar für die deutsche Ford-Tochter, etwa zwei Drittel der produzierten Fahrzeuge gehen ins Ausland.

Gut sind die Chancen für eine Ausweitung der Produktpalette. Der Ford-Chef bestätigte, dass es weiter den Kleinwagen Ka unterhalb des Fiesta geben werde. Zimmermann sprach von einer kompletten "Ka-Familie", die im spanischen Ford-Werk Valencia gebaut werde.

Zimmermann betonte zudem, dass das Kölner Unternehmen unabhängig von den Problemen der Konzernmutter seinen Kurs zur Erneuerung fortsetzen werde. Aus der Ford-Zentrale in den USA gebe es keine zusätzlichen Sparvorgaben. Ford Motor hatte im Jahr 2001 Milliarden-Verluste geschrieben.

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