Schwarze Zahlen in Europa
Kostensenkung kommt bei Mitsubishi voran

Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt erwartet beim angeschlagenen japanischen Autobauer einen schnelleren Schuldenabbau und stärkere Kostensenkungen als ursprünglich geplant. Zugleich kündigte Eckrodt am Mittwochabend vor dem Wirtschaftspresse-Club Stuttgart an, dass Mitsubishi Motors in Europa im Jahr 2003 schwarze Zahlen schreibt.

HB/dpa STUTTGART. Der 60-jährige Manager, der Ende 2000 von Daimler-Chrysler als Sanierer nach Japan gegangen war, kündigte an, bis 2005 und damit länger als geplant Mitsubishi leiten zu wollen. Dann werde die Sanierung und die Suche nach einem japanischen Nachfolger abgeschlossen sein. Eckrodt war Mitte 2002 zum Vorstandschef von Mitsubishi Motors Corp. (MMC) ernannt worden.

Eckrodt sagte, das Ziel, die Kosten um 15 Prozent zu senken, werde man zum Ende des Geschäftsjahr am 31. März 2003 erreicht haben - ein Jahr eher als geplant. Nach der Ausgliederung der Lkw-Sparte Fuso in eine neue Gesellschaft, an der sich Daimler-Chrysler für 760 Millionen Euro beteiligt, würden die Finanzschulden per Ende März bei umgerechnet rund fünf Milliarden Euro liegen nach zehn bis elf Milliarden vor vier Jahren. DaimlerChrysler ist an MMC mit 37,3 Prozent beteiligt. Mitsubishi hatte am Dienstag angekündigt, im Geschäftsjahr 2002/2003 schwarze Zahlen zu schreiben. Das "Klassenziel" von fünf Prozent operativen Gewinn wollen man vom Sanierungsbeginn 2001 aus gerechnet in fünf Jahren erreichen.

Eckrodt sagte, in Europa werde der japanische Autobauer 2003 schwarze zahlen schreiben. Aber dennoch "hängen wir in Europa noch durch", meinte er. So gebe es zu viele Händler und zu wenig Dieselmodelle. 2900 Händlern sei gekündigt worden, um das Netz neu zu strukturieren. Der Hoffnungsträger "Colt", der vor wenigen Tagen in Tokio vorgestellt wurde, werde in Europa mit einer veränderten Karosserie erst im Jahr 2004 auf den Markt kommen.

Möglicherweise wird auch der Name noch verändert. Der europäische "Colt" ist das erste konkrete Gemeinschaftsprojekt mit Daimler-Chryslers Kleinwagensparte smart - es gibt 60 Prozent Gleichteile. Das Auto wird zusammen mit dem viersitzigen smart im niederländischen Born gebaut, die Motoren im thüringischen Kölleda. In Europa sollen vom neuen Mitsubishi-Modell jährlich 100 000 Fahrzeuge abgesetzt werden.

Mitsubishi wolle in Deutschland im nächsten Jahr den Absatz auf 80 000 Stück verdoppeln. In Europa sollen 2003 rund 300 000 Autos verkauft werden (Vorjahr 203 000).

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