Schwarzmalerei ist nicht angebracht
Bitkom korrigiert Prognosen für IT-Markt nach unten

Bitkom hat wegen der weltweiten Konjunkturflaute seine Prognosen für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. So werde für den deutschen Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) nur noch ein Wachstum von 4,6 % auf 254 Mrd. DM erwartet, teilte der Präsident des BITKOM, Volker Jung, am Donnerstag in München mit. Im Hinblick auf die Entwicklung des Handymarktes herrscht ebensfallsSkepsis.

vwd MÜNCHEN. Im Juni hatte der Verband noch eine Umsatzsteigerung um 8,7 % auf 262 Mrd. DM prognostiziert. Für das kommende Jahr rechnet Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien) mit einem Umsatzzuwachs um 4,9 % auf 267 Mrd. DM.

Im Hinblick auf die Entwicklung des Handymarktes im laufenden Jahr zeigte sich Bitkom ebenfalls skeptisch: "Hier müssen wir dieses Jahr einen Umsatzrückgang von voraussichtlich 25 % hinnehmen", sagte Jung. Mit 30 Mill. verkauften Geräten im vergangenen Jahr seien die Zuwächse von 2001 im Grunde antizipiert worden. Der weltweite Markt für Mobiltelefone wird laut Bitkom im laufenden Jahr auf dem Niveau von etwa 400 Mill. Stück stagnieren. Im kommenden Jahr könne von einem Wachstum von 5% ausgegangen werden.

Mit Blick auf das nahende Handy-Weihnachtsgeschäft zeigte sich der Bitkom -Präsident zurückhaltend: "Wir werden ein Geschäft haben, aber die bisherigen Wachstumsraten werden bei weitem nicht erreicht". Profitieren würden von dem langjährigen Boom bei den Mobilfunkgeräten jedoch nun die Mobilfunkdienste mit einer Steigerungsrate um voraussichtlich 15 % auf 36 Mrd. DM. Die Terroranschläge in den USA dürften die Entwicklung im Mobilfunkbereich nach Einschätzung von Jung höchstens kurzfristig beeinflusst haben, da die Konsumenten erfahrungsgemäß "schnell zur Tagesordnung übergehen".

Auch wenn sich die Anbieter von PC und Mobiltelefonen derzeit in einer schwierigen Marktumfeld bewegen würden, sei "Schwarzmalerei" nicht angebracht, da sich für diese Bereiche im kommenden Jahr eine Stabilisierung der Nachfrage abzeichne. Für den Telekommunikationsmarkt werde im laufenden Jahr insgesamt mit einem Zuwachs von 4,3 % auf 134 Mrd. DM gerechnet, verglichen mit einem Plus von 12 % im Rekordjahr 2000. Für das kommende Jahr wird eine Steigerung von 4,6 % in Aussicht gestellt. Im Bereich Informationstechnik gehen die Bitkom-Analysten von einer Zunahme von 4,9 (Vorjahr: 9) % auf 121 Mrd. DM aus.

Wachstumstreiber würden hier ebenso wie bei der Telekommunikation Dienstleistungen sowie Software sein. Sorgen bereitet dem Branchenverband nach den Worten von Jung im Rahmen des geplanten Aufbaus der UMTS-Netze die aktuelle Diskussion um den sogenannten Elektrosmog: "Alle wollen mobil telefonieren, aber niemand will Sendemasten vor seinem Haus". Er sprach sich für eine Versachlichung der Diskussion aus und forderte die Politik auf, für Planungs- und Investionssicherheit bei der UMTS-Technik zu sorgen.

Sollten die gesetzlichen Grenzwerte elektromagnetischer Felder auf Grund einer "nicht wissenschaftlich, sondern emotional geführten Debatte" abgesenkt werden, würden "erhebliche Mehrkosten" drohen. Man stehe bei der Errichtung der UMTS-Netze ohnehin unter hohem Zeit-und Kostendruck. "Wir können uns bei UMTS keinen Flop leisten", betonte Jung.

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