Schweden und Finnen werden zur Nummer eins in Skandinavien
Telia zahlt 7,4 Milliarden Euro für Sonera

Der größte skandinavische Telekom-Konzern Telia will den kleineren finnischen Konkurrenten Sonera im Rahmen eines Aktientauschs für rund 7,4 Mrd. ? übernehmen. Der Zusammenschluss wäre die erste grenzüberschreitende Fusion zweier ehemaliger Telekom-Monopolisten in Europa.

rtr/afp STOCKHOLM/HELSINKI. "Die Aufsichtsräte von Telia und Sonera haben beschlossen, dass die Unternehmen fusionieren werden", teilte Sonera am Dienstag mit. Das Unternehmen werde einen Jahresumsatz von 9 Mrd. ? haben und 34 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Marktkapitalisierung belaufe sich auf mehr als 17 Mrd. Dollar. Auch der schwedische Telia-Konzern bestätigte die geplante Übernahme. Bei Branchenkennern wurde die hoch verschuldete Sonera als eigentlicher Gewinner der Fusion gesehen, an der Börse rutschten jedoch beide Firmen ins Minus.

Ein neuer Name werde noch gesucht. Sowohl die schwedische wie auch die finnische Regierung hätten dem Zusammenschluss zugestimmt, erklärte Sonera weiter. Beide Staaten wollten ihre Anteile an dem neuen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren reduzieren. Sonera ist derzeit zu 52,8 % in Staatsbesitz, Telia sogar zu 70 %.

Die Telia-Aktionäre werden den Angaben zufolge mit 64 % die Mehrheit am fusionierten Unternehmen halten, das in Stockholm ansässig sein wird. Auf Sonera sollen die restlichen 36 % entfallen. Den Sonera-Eignern sollen 1,5144 Telia-Aktien für je eine Aktie des finnischen Unternehmens angeboten werden. Dies entspreche einem Aufschlag von 16 % auf den Sonera-Schlusskurs vom Freitag und ergebe einen Gesamtwert der Fusion von 7,5 Mrd. ?.

Analysten bezeichneten diesen Preis als angemessenen. "Der Preis ist fair, das ist ein gutes Geschäft. Natürlich kauft Telia auch Soneras Schulden, aber das ist schon in dem Preis enthalten. Ich würde zu diesem Niveau jetzt ein bisschen Telia kaufen", sagte Fondsmanager Jorgen Vrenning von der Catella Investment-Gruppe.

Die Fusion bedarf noch der Zustimmung der Europäischen Kommission. Die Regierungen Schwedens und Finnlands unterstützen die Fusionspläne. Telia - zu 70 % in staatlichen Händen - und der zu 53 % staatliche Konkurrent Sonera hatten bereits am Montag Fusionsgespräche bestätigt.

Telia will mit dem Kauf von Sonera seine schwache Marktposition in Finnland ausbauen, in der Türkei aktiv werden und in baltische Länder und Russland expandieren. Sonera dagegen hat keine kritische Masse in dem von einer steigenden Zahl von Anbietern geprägten europäischen Telekom-Markt. Analysten gehen davon aus, dass nur die größten Unternehmen in dem Markt überleben werden.

Auf dem deutschen Markt ist Sonera über den Mobilfunkanbieter Quam, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der spanischen Telefónica, vertreten. Über Quam halten die Partner gemeinsam eine von sechs UMTS-Mobilfunklizenzen in Deutschland.

Vor der offiziellen Mitteilung über die geplante Fusion hatten Analysten von HSBC die Aktien von Telia auf "Verkaufen" von "Reduzieren" heruntergestuft. "Eine Fusion von zwei staatlichen Telekom-Unternehmen ist niemals eine überschaubare Sache", teilte HSBC zur Begründung mit.

Telia und Sonera hatten in den vergangenen zwei Jahren wiederholt über eine Fusion oder Kooperation gesprochen. 1999 war zudem ein Fusionsversuch von Telia mit der norwegischen Telenor gescheitert. Sonera ist zusammen mit der spanischen Telefonica am deutschen Mobilfunk-Neueinsteiger Quam beteiligt.

Der Kurs der Telia-Aktien schloss in Stockholm in einem schwächeren Marktumfeld knapp elf Prozent tiefer bei 35,40 schwedischen Kronen. Sonera fielen fast vier Prozent auf 5,61 ?.

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