Schwefelhaltiger Kraftstoff soll vom Markt
Jürgen Trittin plant Preiserhöhung für schwefelhaltiges Benzin

Die Regierung will den Öko-Sprit fördern. Auf die Autofahrer kommen voraussichtlich neue Kosten zu.

dpa BERLIN. Auf Autofahrer in Deutschland kommen ab Herbst 2001 voraussichtlich neue Kosten zu. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) will ab November 2001 zusätzlich zur Öko- und Mineralölsteuer für schwefelhaltiges Benzin einen Aufschlag von drei Pfennig je Liter einführen. Damit solle die Einführung von schwefelfreien Kraftstoffen gefördert werden. Auf diese, die schon heute deutlich teurer sind als der herkömmliche Sprit, werde keine neue Abgabe erhoben, so das Bundesumweltministerium.

Ein Ministeriumssprecher wies darauf hin, dass die Neuregelung für die Verbraucher im Grunde nicht mit zusätzlichen Steuerbelastungen verbunden sei. Es sei ohnehin Ziel, schwefelhaltiges Benzin zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich vom Markt zu bekommen. Es gebe eine Zusicherung der Mineralölindustrie, dass dann flächendeckend der neue Treibstoff zur Verfügung stehen werde. Dessen Preis regele der Markt.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" wollen die Mineralölkonzerne aber die höheren Herstellungskosten für schwefelfreien Kraftstoff an die Verbraucher weitergeben. Autofahrer, die ab November 2001 wie von der Regierung gewünscht schwefelarmen Sprit tanken, müssten deshalb ebenfalls mit steigenden Preisen rechnen.

Das Blatt zitierte Shell-Sprecher Hans Wenck mit der Äußerung: "Man kann davon ausgehen, dass die Mehrkosten für die Produktion von schwefelfreien Kraftstoffen bei etwa 3 Pfennig liegen. Wir werden die Mehrkosten an den Verbraucher weitergeben müssen." Aber auch aus anderen Gründen würden die Spritpreise weiter steigen. Wenck: "Wir haben im Tankstellengeschäft wegen des Preiskampfs rote Zahlen geschrieben. Aus dieser Verlustzone wird man natürlich versuchen rauszukommen." Nach seiner Meinung würden die Preise sobald sicher nicht fallen.

Dem Ministerium kommt es vor allem auf die Einführung des neuen Kraftstoffes an. Dieser sei nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Autofahrer von Vorteil, erklärte es. Der Spritverbrauch könne um bis zu 20 % gesenkt werden. Außerdem werde Wirkung und Haltbarkeit der Katalysatoren erhöht. Die Umstellung erfordere auch keinerlei Umrüstungen an Fahrzeugen. Außerdem geschehe die Einführung von schwefelfreiem Treibstoff auch nicht im nationalen Alleingang. In Großbritannien und Dänemark seien diese längst eingeführt.

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