Schweiz gegen die Türkei
Giftpfeile vor Neuauflage des Skandalspiels

Nach den Ausschreitungen im WM-Qualifikationsspiel vor über zweieinhalb Jahren treffen Schweiz und Türkei im Rahmen der EM-Vorrunde erneut aufeinander. Das Skandalspiel ist längst noch nicht vergessen. Die Medien beider Länder feuern bereits munter Giftpfeile ab.

Die Partie bürgt für Brisanz: Während die Protagonisten Besonnenheit fordern, feuern die Medien bereits munter Giftpfeile ab. "Wir haben nicht vergessen", titelte das Boulevardblatt Blick vor dem heutigen brisanten Duell zwischen Gastgeber Schweiz und der Türkei am zweiten Gruppen-Spieltag (20.45 Uhr/live im ZDF) in Basel und erinnerte an die "Skandalnacht von Istanbul" am 16. November 2005. Die Antwort vom Bosporus folgte prompt. "Die Schweizer provozieren und hetzen wieder", lästerte die Zeitung Fanatik.

Detailliert und mit großen Bildern werden die Jagdszenen von einst in den Schweizer Medien in allen Einzelheiten nochmals dokumentiert. Mit Tritten und Schlägen hatten sich damals Spieler und Betreuer gegenseitig in die Katakomben des Sükrü-Saracoglu-Stadions getrieben, in denen sich die Keilerei fortsetzte. Die Fifa reagierte mit drastischen Sanktionen, insbesondere gegen die Gastgeber.

"Drehen die Spieler von Fatih Terim wieder durch?", hieß es im Blick weiter. Der türkische Nationaltrainer Terim will von den Vorfällen nichts mehr wissen. "Das ist vorbei und vergessen. Wir haben uns dafür entschuldigt. Am Mittwoch herrscht Fairness und Freundschaft auf dem Rasen", kündigte der "Imperator" an, der jüngst sogar eine E-Mail an seinen Schweizer Kollegen Jakob "Köbi" Kuhn verschickt hatte und dessen kranker Frau Alice gute Besserung gewünscht hatte.

17 Akteure von einst stehen auch heute noch in den Aufgeboten, einer davon ist der Leverkusener Tranquillo Barnetta. "Natürlich kann man so etwas nicht vergessen. Aber so etwas wird nie wieder vorkommen. Seitdem hat sich aber einiges verändert. Wir wollen das Spiel auf dem Platz entscheiden. Ich gehe davon aus, dass es diesmal ruhig bleiben wird", sagt der Mittelfeldspieler und wollte genauso wie die drei türkischstämmigen Schweizer Nationalspieler Hakan Yakin ("ein besonderes Spiel"), Gökhan Inler und Eren Derdiyok nicht weiter Öl ins Feuer gießen.

Das ist aber auch nicht nötig. Denn die Partie ist brisant genug: Beide Teams sind mit einer Niederlage ins Turnier gestartet und stehen mit dem Rücken zur Wand. Gerade beim Gastgeber klammert man sich an jeden Strohhalm. "Vor vier Jahren ist Portugal auch mit einer Niederlage gestartet und hat am Ende noch das Finale erreicht. Wir sind weiter optimistisch", sagt der frühere Bundesligaprofi Marco Streller.

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