Schweizer Bank behauptet sich in schwierigem Umfeld
UBS meldet satten Gewinn

Der Schweizer Bankkonzern UBS hat sich im schwierigen Marktumfeld des zweiten Quartals 2002 gut geschlagen. UBS erwartet nach weiteren Angaben jedoch nicht, mit ihren Ergebnissen für das laufende Geschäftsjahr das Resultat des Vorjahres zu erreichen.

Reuters ZÜRICH. Der Gewinn sank im Vergleich zur Vorjahresperiode lediglich um vier Prozent auf 1331 Mill. sfr. "Wir konnten Verluste im Kreditgeschäft weitgehend vermeiden und haben den Druck auf die Erträge mit konsequentem Kostenmanagement ausgeglichen," sagte Konzernleitungspräsident Peter Wuffli heute in Zürich.

UBS erwartet allerdings nicht, mit ihren Ergebnissen für das laufende Geschäftsjahr das Resultat des Vorjahres zu erreichen. Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten könnten das Vertrauen der Anleger weiter beeinträchtigen und eine bedeutende Erholung der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte scheine wenig wahrscheinlich.

Der Neugeldzufluss im Privatkundengeschäft habe im zweiten Quartal 4,9 Mrd. sfr betragen. Das Privatebanking habe im Berichtsquartal einen Nettozufluss von 3,5 Mrd. sfr verzeichnet, obwohl in Zusammenhang mit der italienischen Steueramnestie netto 3,8 Mrd. sfr abgeflossen seien. Wie bereits im ersten Quartal sei es UBS gelungen, nahezu die Hälfte der repatriierten Vermögen italienischer Kunden durch die lokale Private Banking-Präsenz zurück zu behalten. Die verwalteten Vermögen beliefen sich den Angaben zufolge auf 2198 Mrd. sfr nach 2468 Mrd. sfr zum Ende des ersten Quartals.

Die Vermeidung von Risikokonzentration habe die UBS vor Verlusten in Zusammenhang mit den gravierendsten Kreditausfällen der vergangenen Monate bewahrt. Die Wertberichtigung für Kreditrisiken hätten trotz des zunehmend schlechteren Kreditumfeldes vermindert und um im zweiten Quartal 37 Mill. sfr betragen nach 76 Mill. sfr Vorjahresquartal. Die notleidenden Kredite seien im Vergleich zum ersten Quartal 2002 um neun Prozent auf 12,6 Mill. sfr zurückgegangen. Auch im laufenden dritten Quartal habe UBS grössere Kreditverluste vermieden.

Dank eines disziplinierten Kostenmanagements habe die UBS den Geschäftsaufwand im Vergleich zum zweiten Quartal 2001 um neun Prozent reduziert. Der Personalaufwand sei in diesem Zeitraum um zehn Prozent gesunken.

Der Geschäftsertrag sei im Vergleich zur Vorjahresperiode um neun Prozent auf 9008 Mill. sfr zurückgegangen. Der Rückgang reflektiere die geringen Aktivitäten im Corporate Finance-Geschäft, das gesunkene Vertrauen der Investoren und die zusätzlichen Wertberichtigungen auf Private Equity Beteiligungen. Die Erträge im Privatkundengeschäft seien stabiler ausgefallen.

Die Zahlen lagen über den Markterwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Quartalsgewinn von 1,086 Mrd. sfr gerechnet. Markteilnehmer erklärten, es mache sich bezahlt, dass UBS weniger Risiken eingegangen sei und dass die stabile Vermögensverwaltung einen grösseren Anteil am Geschäft ausmache als das Investmentbanking. Im gegenwärtig unsicheren Umfeld zeige sich zudem, wie wichtig ein gutes Management sei.

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