Schweizer erlebt große Fußball-Sause
„Wir lassen uns die Party nicht verderben“

Vor der EM sahen sich die Schweizer Fans dem Spott und der geballten Skepsis der Fußball-Welt ausgesetzt. Mangelndes Interesse und Begeisterungsfähigkeit wurde den Eidgenossen vorgeworfen. Doch spätestens nach dem Eröffnungsspiel hat die Schweiz ihre Kritiker eines Besseren belehrt. Rund 230 000 Fans feierten in "Rot und Wyss" in den rund 160 Public-Viewing-Zonen des Landes eine große Fußball-Party.

Auch wenn das Wetter - Temperaturen um die 17 Grad - nicht so recht mitspielen wollte und der Auftakt mit dem 0:1 gegen Tschechien daneben ging, erlebte die Schweiz einen stimmungsvollen Auftakt in das größte Ereignis ihrer Sportgeschichte. Fröhlich und vor allem friedlich ging es zu.

Über 100 000 Fans feiern EM-Auftakt in Basel

"Jetzt erst recht. Wir lassen uns die Party nicht verderben", titelte am Sonntag die Schweizer Zeitung Blick. Im Mittelpunkt der großen EM-Party stand dabei Basel, wo der EM-Auftakt erfolgte. Über 100 000 Besucher waren in der Stadt am Rhein auf den Beinen, 42 000 davon allein auf den vier Fanmeilen.

"Einen hohen Alkoholkonsum", stellte die Polizei fest. Zu Ausschreitungen kam es aber nicht. Mit den gut 10 000 tschechischen Anhängern, die die Reise in die Schweiz auf sich genommen hatten, gab es keine Probleme. Lediglich zwölf Randalierer wurden zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen. Durch ein hohes Polizeiaufkommen unter Mithilfe deutscher Kollegen, dazu Militäreinsatz wurde aus Basel am Samstag ein Hochsicherheitstrakt. Kampfjets überwachten den Luftraum in einer 45km breiten Zone. Vor, während und nach der Partie durften Privatflieger nicht in den Luftraum unter 3000m geraten. Der Flughafen in Basel-Mülhausen verzeichnete einen Rekord. 23 000 Personen mussten abgefertigt werden, allein im Zusammenhang mit der Euro war es zu 54 Starts und Landungen gekommen. Dennoch waren auch am Spieltag noch Hotelbetten zu ergattern.

Beckenbauer lobt Gastgeber

Reibungslos lief es auch im Basler St.-Jakobs-Park ab. "Die Gastgeber haben hervorragende Arbeit geleistet", lobte Tribünengast Franz Beckenbauer und Uefa-Sprecher Christian Eichler ergänzte: "Wir sind sehr zufrieden mit der Situation in den Städten und Stadien. Es gibt nach den ersten Spielen nur noch wenige Dinge, die verbessert werden müssen."

Die Basler Innenstadt hatte sich derweil rausgeputzt. In den Schaufenstern und auf den Straßen war die Euro allgegenwärtig. Die Schweizer Anhänger waren standesgemäß mit Kuhglocken ausgestattet.

Nicht nur in Basel, sondern auch in den restlichen Städten war aber ab 18.00 Uhr "Hopp Schwiiz" angesagt. In Zürich am Bellevue versammelten sich 45 000 Fans, Bern vermeldet immerhin 25 000 Anhänger und immer voller werdende Campingplätze. Am Montag hat die niederländische Nationalmannschaft in der Hauptstadt ihren Auftritt, seit Tagen sind die Wohnwagen mit den gelben Nummernschildern im Anmarsch.

Auch österreichische Fans feiern EM-Auftakt

Für Co-Gastgeber Österreich wird es erst am Sonntagabend ernst. Doch auch zum Eröffnungsspiel am Samstag strömten in Wien schon 20 000 Fans in die Fanmeile. Die Wiener Sängerknaben und Symphoniker sowie Pop-Sängerin Christina Stürmer, die ihren offiziellen EM-Song "Fieber" präsentierte, machten am Nachmittag den musikalischen Auftakt für das Fan-Fest mitten im Herzen Wiens.

© SID

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