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Schweizer Fondsmanager in Haft - dreistelliger Millionenschaden

Die Justiz in Basel hat den Schweizer Fondsmanager Dieter Behring wegen Betrugsverdachts für vier Wochen in Untersuchungshaft genommen. Die Haft könne auch verlängert werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel, Markus Melzl, am Donnerstag.

dpa-afx BASEL. Die Justiz in Basel hat den Schweizer Fondsmanager Dieter Behring wegen Betrugsverdachts für vier Wochen in Untersuchungshaft genommen. Die Haft könne auch verlängert werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel, Markus Melzl, am Donnerstag. Zugleich sei am Mittwochabend auch gegen einen Geschäftspartner Behrings Untersuchungshaft angeordnet worden. Gegen Behring wird wegen Anlagebetrugs in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Behörden gehen den Angaben zufolge davon aus, dass hunderte Anleger in der Schweiz und in ganz Europa betroffen sind.

"Es gibt sicher auch Geschädigte in Deutschland", sagte Melzl. Näheres sei bisher aber nicht bekannt. "Wir sind erst am Anfang der Geschichte." Dutzende möglicher Geschädigter hätten sich bereits telefonisch gemeldet. Man habe ihnen geraten, Strafanzeige einzureichen. "Die Chancen, dass die Leute, die ihr Geld investiert haben, noch etwas davon sehen, sind gering." Behring hatte Kunden Traumrenditen durch ein von ihm entwickeltes Börsenanalysesystem versprochen, das auf einer Software beruht. Seit längerem war spekuliert worden, dass es sich in Wirklichkeit um ein Schneeball- System handeln könne, bei dem die Gelder der Neukunden als vermeintliche Renditen an vorher angeworbene Kunden ausgegeben worden sein könnten.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Dienstag mehrere Firmen und Privathaushalte in den Kantonen Basel-Stadt, Zürich, Zug und Aargau durchsucht. Dabei sei umfangreiches Material sichergestellt, worden, darunter Datenträger "mit immensen Daten" und "ganze Keller" voller Unterlagen, sagte Melzl. Die Auswertung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. "Es ist ein Riesenkomplex, den wir noch nicht durchschauen."

Die Namen der durchsuchten Firmen wurden nicht genannt, sie gehörten jedoch zum "Behring-Imperium", hieß es. Versuche Behrings, seine Firmen zu verkaufen, waren in den vergangenen Monaten gescheitert. Das Verfahren soll nach Angaben der Basler Staatsanwaltschaft voraussichtlich von der Bundesanwaltschaft übernommen werden. Möglicherweise seien auch internationale Rechtshilfeersuchen nötig.

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