Schweizer Franken erste Fluchtadresse
Anleger ziehen nach Militärschlägen Kapital aus dem Dollar ab

"Unsicherheit" ist der Begriff, mit dem am Tag Eins nach Beginn der US-Militäraktion in Afghanistan die Lage am Devisenmarkt beschrieben wird.

dpa FRANKFURT/MAIN. So rätseln die Marktteilnehmer bislang, welche Konsequenzen die Angriffe für die US-Wirtschaft haben könnten - und ziehen vorsichtshalber ihr Kapital aus Dollar-Anlagen ab. Stattdessen investieren sie in andere Währungen, die sie in der aktuellen Situation für sicherer halten.

Eine der ersten Adressen für solche Fluchtbewegungen ist dabei der Schweizer Franken, dessen Kurs am Montag sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar zulegte; aber auch der Euro kletterte am Montag angesichts der Ereignisse in Afghanistan über 92 US-Cent.

"Im Zuge der Unsicherheit am Markt kann man grundsätzlich schon von einer Umschichtung in Euro-Anlagen reden", sagte Analyst Gregor Beckmann von HSBC Trinkaus&Burkhardt in Düsseldorf. Allerdings würden dabei andere Währungen im Vergleich zum Euro eher favorisiert, wie etwa der Schweizer Franken.

"Der Euro hat von den Ereignissen in Afghanistan profitieren können, weil seine Risikoanfälligkeit im Vergleich zum US-Dollar kleiner ist", meinte auch Devisenanalystin Antje Praefcke von der Helaba. Dennoch bleibe der Schweizer Franken derzeit "die Fluchtanlageform per se", da dieser als noch sicherer als der Euro gelte. Die Gemeinschaftswährung bleibe mittel- und langfristig von der Entwicklung in den USA abhängig, fügte ein Händler einer Hamburger Bank zur Begründung an.

Indes könnte sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) gegen den in dieser Situation möglicherweise übermäßigen Anstieg des Franken wehren. Beispielsweise könnte laut einer Studie der schweizerischen Bank Sarasin vom Montag die SNB angesichts der Kapitalflucht in Franken ihre Leitzinsen erneut senken, um den Schweizer Franken auf einem fundamental vernünftigen Kursniveau zu halten.

Relativ unbeeindruckt von den US-Militärschlägen zeigte sich dagegen der Ölpreis. So blieb der Preis für OPEC-Öl am vergangenen Freitag am zehnten Tag in Folge unter dem Referenzniveau der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Dieser liegt zwischen 22 und 28$. Einerseits sei das auf das politische Situation zurückzuführen, sagte Analyst Beckmann. So hätten sich Ölförderländer, wie etwa Saudi-Arabien, mit den USA solidarisch erklärt. Andererseits sorge die derzeit weltweite Konjunkturabkühlung für eine abflauende Nachfrage am Ölmarkt, wodurch die Preise unter Druck geraten würden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%