Schweizer gewinnen Airbus Komponentenfertigung und Wartung - Russen ziehen den Kürzeren
Fairchild Dornier wird zerschlagen

Der insolvente Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier wird in Einzelteilen verkauft. Kein Abnehmer fand bisher der 728Jet, dessen Entwicklung Fairchild Dornier finanziell ruiniert hatte.

mwb MÜNCHEN. Der Insolvenzverwalter des Regionalflugzeugbauers Fairchild Dornier, Eberhard Braun, und der Gläubigerausschuss haben sich nach einer monatelangen Hängepartie nicht auf ein russisches Abenteuer eingelassen. Die Schweizer RUAG AG erhielt den Zuschlag für den Fairchild-Geschäftsbereich Airbus Komponentenbau und Wartung. Das teilte Braun am Freitag mit.

Die Fertigung des 328 Jet mit 30 Sitzen - der Kern der alten Dornier- geht aller Voraussicht nach an das amerikanische Konsortium mit dem Flugzeugdienstleister Avcraft und der Investmentfirma Dimeling & Partner. Der Verkauf stehe aber noch unter Vorbehalt "schwieriger aufsichtsrechtlicher Zustimmungen". Zudem müssten Details der Finanzierung noch geklärt werden. Im Grunde seien sich die Parteien aber einig, teilte Braun mit.

Damit haben sich die Schweizer mit ihrem Konzept für zwei Unternehmensteile durchgesetzt. Das noch bis zu Monatsbeginn favorisierte russische Konsortium Irkutsk Flugzeugwerke und Basic Elements kam nicht zum Zuge. Die Russen wollten zunächst das gesamte Unternehmen kaufen, also auch das Herzstück, den neuen Regionaljet 728/928 mit 70 bis 90 Sitzen. Dessen Entwicklung hatte Fairchild Dornier finanziell das Genick gebrochen hatte.

Nach Informationen aus Verhandlungskreisen riet der Unternehmensberater Roland Berger den Russen als erstes von dem 328Jet ab, weil auf dem Hauptmarkt USA russische Hersteller keine Chancen hätten. Als die Russen zu Monatsbeginn dann mitteilten, dass sie auch den riskanten 728-Teil nicht mehr kaufen, sondern nur eine Option wollten, sanken ihre Chancen. Zudem wollten die Russen nur 250 Mill.Euro investieren und 500 Mill. Euro über Kredite und staatliche Bürgschaften finanzieren. "Insolvenzverwalter und Gläubiger haben sich für die industriell breiter aufgestellte Lösung entschieden", begründete Braun. Die beiden anderen Interessenten für das Gesamtunternehmen, AFC und Alliance Aircraft, konnten nach Angaben des Insolvenzverwalters keine ausreichenden Unterlagen für die Finanzierung einreichen.

Damit gehen die Chancen, dass der Jet jemals in Serie gebaut wird, gegen Null. Dem russischen Konsortium bietet Braun jetzt noch eine isolierte Lösung an. Sie können sich im Januar für eine sechsmonatige Kaufoption für das 728-er Programm entscheiden. Vor den Russen hatten die großen Flugzeugbauer Airbus, Boeing, Bombardier und Alenia der Reihe nach einen Einstieg bei Fairchild Dornier abgesagt. Airbus-Manager halten den Markt für Regionaljets für unrentabel.

"Es ist befriedigend, dass für die bisherigen Arbeitsfelder in Oberpfaffenhofen eine Lösung gefunden wurde", sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Unbefriedigend sei dagegen das Thema 728. Vor der Insolvenz waren über 3600 Mitarbeiter bei Fairchild Dornier beschäftigt. Von jetzt noch 1300 Beschäftigten dürften knapp 1000 den Job behalten.

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