Schweizer kann ablösefrei gehen
FC Bayern löst Vertrag mit Sforza auf

Abschied von Ciriaco Sforza, heftige Kritik an Superstar Ronaldo und volle Konzentration auf den Saisonstart: Karl-Heinz Rummenigge hat drei Tage vor dem ersten Spiel des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga die Auflösung des Vertrages mit dem 32 Jahre alten Mittelfeldspieler aus der Schweiz verkündet.

HB/dpa MÜNCHEN. Gleichzeitig attackierte der Vorsitzende der FC-Bayern-AG Brasiliens WM-Held Ronaldo ungewöhnlich scharf. «Das ist eine Riesensauerei. Das ist das Legionärswesen, das wir in Zukunft nicht mehr brauchen werden», wetterte Rummenigge über den Vertragspoker des Weltmeisters bei Inter Mailand und dessen beabsichtigten, aber am Ende gescheiterten Wechsel zum Champions-League-Sieger Real Madrid.

Im Gegensatz zu Ronaldo erntete der scheidende Sforza für sein Entgegenkommen bei der zweiten Trennung von den Münchnern Lob. "Er verzichtet auf sehr, sehr viel Geld und hat gezeigt, dass er ein echter Profi ist", sagte Rummenigge. Sforza war vor zwei Jahren zu den Bayern zurückgekehrt und hatte noch einen Vertrag bis zum Sommer 2003. Bereits sein erstes Engagement in München war 1996 nach einer Saison früher als gedacht zu Ende gegangen. In den Planungen von Trainer Ottmar Hitzfeld spielte er aber schon in der vergangenen Saison praktisch keine Rolle mehr. Obwohl ablösefrei, ist der ehemalige Schweizer Nationalspieler immer noch auf der Suche nach einem neuen Verein.

Personalplanungen sind abgeschlossen

Nach der Trennung von Carsten Jancker (Udinese Calcio) und Sforza sind die Personalplanungen beim Rekordmeister laut Rummenigge für die kommende Spielzeit abgeschlossen. Über die Modalitäten der Vertragsauflösung wollte sich Rummenigge nicht äußern. Angeblich können die Bayern das komplette Sforza-Gehalt aber ab sofort anderweitig verplanen. In der Diskussion um die Finanzkrise und anstehende Gehaltskürzungen in der Fußball-Bundesliga sprach sich der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986 gegen die Streichung von Siegprämien wie beim Konkurrenten VfB Stuttgart aus. "Die Vereine müssen sehen, dass nicht nur Spieler Verträge unterschreiben. Wir haben da auch eine Verpflichtung", sagte Rummenigge.

Vor dem Bundesliga-Auftakt am Samstag bei Borussia Mönchengladbach nahm Rummenigge die Bayern-Profis nochmals in die Pflicht. "Ein guter Start ist extrem wichtig", sagte der Sportchef. Ein Fehlstart wie beim 0:1 im Vorjahr auf dem Bökelberg soll unbedingt vermieden werden. Während Jungstar Owen Hargreaves äußerst ambitioniert in die Saison geht ("Ich will das Triple holen"), gibt sich Rummenigge trotzt des "Super-Kaders" bescheidener. "Wenn am Ende ein Titel rauskommt, ist das gut. Der ehrlichste ist die deutsche Meisterschaft, weil man da nach 34 Spielern vorne steht", sagte er.

Torwart Oliver Kahn konnte sich derweil schon vor dem Bundesliga- Start über eine weitere Auszeichnung freuen. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erhielt am Mittwoch den "Sportpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten". Der bereits zum Welt-Torhüter und besten Spieler der Weltmeisterschaft gekürte Kahn, Bambi-Preisträger und letztjähriger "Fußballer des Jahres", wurde in München in einem Festakt von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber mit dem neu geschaffenen Preis geehrt. Stoiber würdigte den Kapitän des FC Bayern München als jemanden, "der wie wenige seinen Sport liebt und lebt". Kahn sei inzwischen zum Markenzeichen geworden.

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