Schweizer Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Trienekens: Doppelte Summe in Schwarzgeldkasse

Das zum Essener Energiekonzern RWE gehörende Entsorgungsunternehmen Trienekens hat nach einer internen Untersuchung bei RWE mehr als das Doppelte der bisher vermuteten Schwarzgeldzahlungen in die Schweiz transferiert.

wil DÜSSELDORF. Bisher war die Staatsanwaltschaft Köln nach Durchsuchung der Trienekens-Geschäftsräume Anfang März von zwölf Millionen Mark ausgegangen, die in den Neunzigerjahren über die Trienekens-Tochter Isis auf Schweizer Geheimkonten geflossen sind. Ein Zwischenbericht der RWE-Konzernrevision an den Vorstand geht jetzt, wie die WirtschaftsWoche erfuhr, von 25 Millionen Mark "und mehr" aus. RWE-Chef Dietmar Kuhnt hatte auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns vor zwei Wochen angekündigt, dass die Zahlungsströme an die Schweizer Trienekens-Tochter Isis bis "Ende April im Detail aufgeklärt sind".

Ob die Geldströme von der Schweiz wieder in die Taschen deutscher Kommunalpolitiker zurückgeflossen sind, werde zurzeit von den Schweizer Staatsanwaltschaften "per Amtshilfeverfahren" geprüft, heißt es dazu aus dem Trienekens-Aufsichtsrat. Bisher war die Kölner Staatsanwaltschaft von einem Gesamtbetrag Zahlungen in Höhe von 30 Millionen Mark ausgegangen, die von allen in den Schmiergeldskandal verwickelten Unternehmen geflossen waren: Neben den zwölf Millionen Mark von Trienekens wurden Zahlungen von fünf Millionen Mark von ABB und 14,2 Millionen von Babcock-Ableger Steinmüller genannt. RWE-Chef Kuhnt werde, so heißt es aus dem Trienekens-Aufsichtsrat weiter, das vollständige Revisionsmaterial umgehend den zuständigen Staatsanwaltschaften zur Verfügung stellen. RWE ist an Trienekens mit 50 Prozent beteiligt und beeinflusst dort maßgeblich die Geschäftspolitik. Dem Trienekens-Aufsichtsrat gehören Vorstände von RWE und WestLB an.

Die Kölner Spendenliste

Über Jahre hinweg flossen Großspenden illegal in die Kölner SPD-Parteikasse. Um die Herkunft von Geldern zu verschleiern, wurden mit Hilfe von Schatzmeister Manfred Biciste Spendenquittungen an Kölner SPD-Mitglieder ausgegeben, die in Wirklichkeit nie gespendet hatten. Nun ist man auf der Suche nach den Übeltätern. WirtschaftsWoche heute liegt eine Kopie der so genannten Biciste-Liste vor - ein Papier, auf dem jede einzelne Spendenquittung mit Datum und Quittungsbetrag aufgeführt worden ist, allerdings ohne Namen. Anhand der SPD-Buchführung sollte es für die Partei, der diese Liste nach Informationen der Fersehmagazins "Report" bereits seit Wochen vorliegt, ein Leichtes sein, die dazugehörigen Namen zu identifizieren. Zur Spendenliste

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