Schweizer werben um Anleger mit Vermögen ab 50 000 Euro – Persönliche Beratung steht im Mittelpunkt des Konzepts
Credit Suisse will neue Privatkunden-Zielgruppe erobern

Die Credit Suisse nimmt in Deutschland eine neue Kundengruppe ins Visier: Neben den hochvermögenden Kunden, die sie seit Jahren betreut, wendet sich die Bank nun mit einem speziellen Angebot an Anleger mit einem verfügbaren Vermögen von rund 50 000 Euro und mehr.

qdt FRANKFURT/M. Wie Michael M. Rüdiger, Vorstandschef von Credit Suisse Personal Finance in Deutschland, anlässlich der Eröffnung eines Investmentcenters in Frankfurt erläuterte, bezieht sich diese Summe auf die Bestände an Festgeld, Aktien, Depots und Fonds; nicht eingerechnet seien Lebensversicherungen und Immobilien. Als potenzielle Kunden bezeichnete er Freiberufler wie Rechtsanwälte, Ärzte, Ingenieure und Architekten, ebenso Manager mittelständischer Unternehmen, Pensionäre sowie "Young Professionals".

Das Besondere am Angebot der Credit Suisse ist nach Rüdigers Worten: Im Vergleich zum Wettbewerb richte sich das Finanzinstitut nicht nach Produkten aus. Das Angebot sei nach Bedarfsfeldern und den Lebenzyklus-orientierten Phasen Vermögensaufbau, -anlage und-strukturierung aufgebaut. Dabei würden sowohl Produkte der Credit Suisse Group als auch Produkte von Dritten angeboten; so wählten die Banker beispielsweise aus etwa 1 100 Publikumsfonds die besten Fonds je Kategorie aus. Wie Rüdiger betonte, legen die Schweizer hohen Wert auf persönliche Beratung, die auf die finanzielle Gesamtsituation der Anleger abgestimmte ist. Dieser Ansatz sei nicht vergleichbar mit der herkömmlichen Bankverbindung. "Viele Anleger fühlen sich bei anderen Banken nicht ausreichend persönlich betreut", zitierte Rüdiger Ergebnisse einer Untersuchung der Credit Suisse. Daher zeigte er sich optimistisch, Kunden von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie traditionellen Filialbanken abwerben zu können. Die neue Zielgruppe der Schweizer schätzte er auf rund 10 Millionen Personen.

Nach Angaben des Vorstandschefs erstellen die Bankberater mit dem Kunden zunächst eine Übersicht über dessen Vermögenswerte. Dabei sollen auf Wunsch auch Anlagen bei anderen Banken berücksichtigt werden. Anschließend erfolge eine Finanzplanung entsprechend der Ziele des Kunden. Wie Rüdiger berichtete, hat die Credit Suisse Financial Planning Solutions GmbH in Mainz das Konzept für diesen Check und den Vermögensstatus-Überblick entwickelt. Rüdiger zufolge ist einmal im Jahr ein Strategiegespräch mit dem Kunden geplant. Über persönliche Berater, über Investmentcenter - die von bislang drei in Deutschland auf 15 ausgebaut werden sollen - , Call-Center und das Internet könnten Kunden zügig mit der Bank in Kontakt treten und Aufträge abgeben.

Bis Jahresende werde die Zahl der Berater von bislang 115 auf 150 Personen steigen, im Jahr 2002 sollen weitere 200 Bankberater dazu kommen. Dabei seien "Financial Advisor" für die Gruppe " Young Professionals" zuständig; sie achteten in der Beratung darauf, dass in eine breite Produktpalette investiert werde, "nicht nur in Fonds und Versicherungen, wie es oft der Fall ist", erklärte Rüdiger. "Financial Consultants", die sich um das "mittlere Anlagesegment" kümmerten, hätten insbesondere eine Performance-Risiko-Optimierung bei ihrer Gruppe im Blick. "Financial Planner", die hochvermögende Anleger betreuten, klärten vor allem Fragen der Vermögensstrukturierung. "Oft geht es darum, zu hohe Investitionen in Immobilien zu entkoppeln", sagte Rüdiger. Er beziffert die Kosten für Finanzplanung auf 500 bis 2 500 Euro - je nach Komplexität des Vermögens. Für die strategische Finanzberatung kassieren die Schweizer eigenen Angaben zufolge 200 Euro pro Stunde.

Die Investmentcenter sollen eine andere Art der Begegnung mit der Bank ermöglichen, führte der Vorstandschef aus. So könnten Kunden an Multi-Media-Terminals ihren Vermögensstatus abrufen, Brokerage-Angebote wahrnehmen oder Nachrichten abrufen. Außerdem würden Konzerte, Lesungen, Kunstausstellungen sowie Fachvorträge in den Räumen angeboten.

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