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Schwere Gefechte in Mazedonien halten an

Albanische Separatisten und mazedonische Truppen haben sich am Wochenende erneut schwere Gefechte geliefert. Das staatliche mazedonische Radio meldete am Sonntag, die Kämpfe um die Orte Matejce und Slupcane hätten die gesamte Nacht angehalten. Armee und Polizei setzten Kampfhubschrauber und schwere Artillerie ein, die Rebellen antworteten mit Maschinengewehrfeuer und Mörserbeschuss.

dpa/ap SKOPJE. Mazedonische Regierungstruppen haben ihre Offensive gegen Albaner-Rebellen mit Kampfpanzern und Mörserangriffen fortgesetzt. Nachdem die Rebellenhochburg Vaksince und zwei weitere Siedlungen eingenommen seien, waren am Samstag die von den Rebellen besetzten Dörfer Slupcane und Orizare Ziel heftiger Attacken. Die Rebellen der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) leisteten nach Armeeangaben erbitterten Widerstand. Über Opfer gab es zunächst keine verlässlichen Angaben.

"Wir haben einen Erfolg, und wir haben das ganze Dorf (Vaksince) evakuiert. Damit haben wir unser Zeil erreicht", sagte der als Hardliner geltende Innenminister Ljube Boskovski. "Wir gehen Schritt für Schritt vor", sagte er weiter. "Wir werden alle Terroristen von mazedonischem Land vertreiben."

Rebellen planen neue Angriffe nach Evakuierung

Die Rebellen räumten am Samstag ein, dass die Regierungstruppen zwei Dörfer kontrollieren, darunter Vaksince, eine der bisherigen Rebellenhochburgen. Ein Rebellensprecher, der sich "Kommandant Sphati" nennt, sagte, die Kämpfer gruppierten sich jetzt neu. "Wir warten, dass die Bevölkerung geht. Nur dann greifen wir neu an", meinte er in einem Telefongespräch.

Eine Lösung der politischen Krise, die nach einem Abkommen zwischen den zwei an der Regierung beteiligten Albaner-Parteien mit den Rebellen eskaliert war, zeichnete sich nicht ab. Der kosovo- albanische Zeitungsherausgeber Veton Surroi begrüßte das jüngste Treffen der mazedonischen Albaner-Führer Arben Xhaferi (DPA) und Imer Imeri (PDP) mit dem Führer der UCK-Rebellen, Ali Ahmati, ausdrücklich. "Das war ein Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt, um die Krise von der militärischen auf die politische Ebene zu bringen", erklärte Surroi am Samstag in Sofia.

Abkommen zwischen Albaner-Parteien und Rebellen

Xhaferi und Imeri, deren Albaner-Parteien der jüngst gebildeten mazedonischen Allparteien-Regierung angehören, waren am Mittwoch in der Kosovo-Stadt Prizren mit Ahmeti zusammengetroffen. Dabei wurde eine gemeinsame Erklärung angenommen, die die albanischen Forderungen bezüglich einer Verfassungsänderung, aber auch ein Bekenntnis zur territorialen Integrität Mazedoniens beinhaltet.

Das Abkommen war international scharf abgelehnt worden. Surroi, der an einer Balkankonferenz des bulgarischen Ex-Präsidenten Schelu Scheljew teilnahm, erklärte dagegen: "Es gibt einen Ausweg, durch Verhandlungen, aber das bedeutet, dass man die Voraussetzungen dafür schafft, dass man Partner anerkennt."

Reaktion von EU-Vertretern auf das Treffen der mazedonischen Albaner-Politiker mit der UCK-Spitze bezeichnete Surroi als "nicht fundiert". Wenn die mazedonischen Spitzenpolitiker mit ihren Drohungen fortführen, würden sie "nicht nur die Koalition sprengen, sondern auch die Aussichten auf einen Frieden." "Wir werden weitere Zyklen der Gewalt erleben, so lange wir keinen klaren Plan zur Transformierung der UCK in eine politische Formation haben."

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