Schwere Inflationslast
Deutscher Einzelhandelsumsatz real im April gesunken

Der deutsche Einzelhandel hat im April im Vergleich zum Vorjahresmonat unter Berücksichtigung der hohen Inflationsrate weniger umgesetzt. Die Einzelhandelsumsätze seien zum Vorjahresmonat real um 0,7 (März 0,3) Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

rtr WIESBADEN. Die realen Daten berechnen die Statistiker auf der Basis von konstanten Preisen. Zum Vormonat legten die Umsätze mit einem Plus von fünf Prozent überraschend stark zu. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang der Umsätze um 1,8 % im Jahresabstand und ein Plus von 0,8 zum Vormonat prognostiziert. Weil die realen Umsätze zum Vorjahr erneut gesunken sind, erwarten Analysten ein schwaches zweites Quartal. Nominal, also in jeweiligen Preisen gerechnet, stiegen die Umsätze den Angaben zufolge zum Vorjahr um 1,2 %.

"Das ist nicht so schlecht wie erwartet, aber trotzdem sind die Zahlen schwach und weisen ganz klar darauf hin, dass der Einzelhandel eine schwere Inflationslast zu tragen hat", sagte Eckhard Schulte, Volkswirt bei der Dresdner Bank. Die deutsche Teurungsrate ist nach Angaben des Statistikamtes im Mai mit 3,5 % auf den höchsten Stand seit Dezember 1993 geklettert. Im April hatte sie bereits 2,9 % betragen.

Zum Vormonat legten die realen Umsätze saison- und kalenderbereinigt überraschend um 5,0 % zu nach einem Rückgang von 2,5 (revidiert von 1,9) Prozent im März. Der deutliche Anstieg lässt den Experten zufolge jedoch nicht auf eine Trendwende hoffen, da die Daten äußerst volatil seien. "Beim Blick auf das zweite Quartal erwarte ich kein Wachstum des privaten Verbrauchs in Deutschland, da die hohe Inflation sowie die Nahrungsmittel- und Energiepreise die Kaufkraft der nominalen Einkommen schmälern", sagte Holger Fahrinkrug von UBS Warburg.

Die Umsätze stiegen den Statistikern zufolge gegenüber dem April 2001 insbesondere im Fachhandel mit medizinischen, kosmetischen und orthopädischen Artikeln, bei den Apotheken sowie im Versandhandel und im Brennstoffhandel. Verluste mussten hingegen der Handel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren sowie mit Ge- und Verbrauchsgütern hinnehmen.

Nach Berechnungen der Bundesbank, die zusätzliche Komponenten wie Kraftfahrzeuge, Pauschalreisen und Dienstleistungen beinhalten, sanken die Einzelhandelsumsätze zum Vorjahr um 0,8 % und legten zum Vormonat um 1,8 % zu.

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