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Schwere Kämpfe im irakischen Tel Afar

Bei einer Offensive amerikanischer Truppen und irakischer Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Aufständische sind am Donnerstag im Irak mehr als 50 Menschen getötet worden.

dpa MOSSUL/BAGDAD. Bei einer Offensive amerikanischer Truppen und irakischer Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Aufständische sind am Donnerstag im Irak mehr als 50 Menschen getötet worden.

Allein in der nordirakischen Stadt Tel Afar, 70 Kilometer westlich von Mossul, starben mindestens 27 Iraker, darunter zahlreiche Kämpfer. 72 Menschen seien verletzt worden, berichteten Krankenhausärzte. US- Verbände griffen die Stadt im Morgengrauen mit Panzern und Artillerie an. Das US-Militär erklärte in Bagdad, es habe zusammen mit irakischen Sicherheitskräften "Operationen" eingeleitet, um Tel Afar wieder unter Kontrolle der Sicherheitskräfte zu bringen, die in der Vorwoche durch "starke terroristische Kräfte" verjagt worden seien.

Augenzeugen in Tel Afar berichteten von Bewaffneten, die den einrückenden US-Truppen heftigen Widerstand leisteten. Das US-Militär habe zudem Ziele in der Stadt aus der Luft bombardiert. Zahlreiche Zivilisten seien geflohen. Am Nachmittag flauten die Kämpfe ab. Eine Abordnung von Persönlichkeiten der Stadt strebe nun Verhandlungen mit dem US-Militär an, hieß es in der Provinzhauptstadt Mossul. In Mossul starb ein Nationalgardist, als Unbekannte auf sein Auto schossen.

In der südlich von Bagdad gelegenen Kleinstadt El Latifija kamen nach Polizeiangaben 17 Iraker ums Leben, als Sicherheitskräfte mit Luftunterstützung der US-Armee eine Gruppe Aufständischer angriffen. 17 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Unter den Toten waren auch sieben Angehörige von Polizei und Nationalgarde.

In der Region um El Latifija und Mahmudija sollen sich auch die beiden von Extremisten entführten französischen Journalisten aufhalten. Die Entführer der Männer, die sich "Islamische Armee im Irak" nennen, haben nach einem Bericht von El Arabija eine angebliche Lösegeldforderung als Fälschung bezeichnet. In der im Internet veröffentlichten Erklärung war von einer Lösegeldforderung in Höhe von fünf Mill. $ für Georges Malbrunot und Christian Chesnot die Rede gewesen. Die französische Regierung hatte diese angebliche Forderung von Anfang an für wenig glaubwürdig erachtet.

Keine Bestätigung gab es am Donnerstag auch für die Echtheit eines am Mittwoch aufgetauchten Bekennerschreibens der Geiselnehmer der beiden in Bagdad entführten Italienerinnen. Es war als Botschaft auf einer Islamisten-Seite im Internet unter dem Namen "Mitglied der Ansar el Sawahiri" aufgetaucht. Bislang sind keine Forderungen der Geiselnehmer der beiden Frauen bekannt, die in Bagdad für eine Hilfsorganisation arbeiteten. Auf dem Firdaus-Platz im Zentrum von Bagdad demonstrierten am Donnerstag rund 30 Iraker für die Freilassung der Italienerinnen, die meisten von ihnen Kinder.

Bei der Bombardierung eines Wohnviertels im Norden von Falludscha durch US-Flugzeuge wurden am Donnerstag acht Iraker getötet und 16 verletzt. Dies teilten Krankenhausärzte in der von sunnitischen Aufständischen kontrollierten Stadt mit. In Bagdads westlichem Vorort Abu Ghoreib starben nach Angaben von El Arabija drei Iraker, als ein Sprengsatz am Straßenrand explodierte.

Unterdessen stieß die Polizei in der Schiiten-Stadt Nadschaf auf ein Massengrab mit Leichen von 28 Irakern. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, handelt es sich bei den meisten Opfern um Polizeibeamte, die während der dreiwöchigen Gefechte zwischen der US-Armee und Muktada el Sadrs "Mahdi-Armee" verschwunden waren.

Laut El Arabija wurden zudem bei Bauarbeiten an einer Straße nahe der nordirakischen Stadt Halabdscha Dutzende Leichen entdeckt, bei denen es sich um Opfer des Giftgasangriffes auf die Kurden-Stadt 1988 handeln soll.

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