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Schwere Verletzungen häufen sich vor Pokalspielen

Knapp sieben Wochen nach dem Saisonstart häufen sich bei den Fußball-Bundesligisten die zum Teil schweren Verletzungen. Vor allem die in drei Wettbewerben vertretenen Clubs beklagen wegen der großen Belastungen immer längere Ausfall-Listen.

dpa DÜSSELDORF. Knapp sieben Wochen nach dem Saisonstart häufen sich bei den Fußball-Bundesligisten die zum Teil schweren Verletzungen. Vor allem die in drei Wettbewerben vertretenen Clubs beklagen wegen der großen Belastungen immer längere Ausfall-Listen.

Kreuzbandrisse, Meniskusverletzungen, muskuläre Probleme, aber auch grippale Infekte und Virus-Infektionen legen zahlreiche Profis lahm. Champions-League-Teilnehmer FC Bayern München musste im DFB - Pokalspiel beim Regionalligisten VfL Osnabrück bereits auf gut ein halbes Dutzend Asse verzichten, andere Top-Clubs geht es in ihren Pokal-Zweitrundenspielen kaum besser.

Bayer Leverkusen muss im Hit bei Meister Werder Bremen Hanno Balitsch ersetzen, der statt im Weserstadion anzutreten am Meniskus operiert wird. Noch schwerer traf es Daniel Bierofka. Wegen eines Bandscheibenvorfalls unterzog sich der Mittelfeldakteur in München einem komplizierten Eingriff und fällt mehrere Monate aus. Auch die Hoffnung auf die Rückkehr von Jens Nowotny (Knieprobleme) ist gering. Zudem bangt Coach Klaus Augenthaler noch um den Brasilianer Franca, der seit dem Champion-League-Triumph über Real Madrid vor einer Woche von einer Knöchelblessur geplagt wird.

Auch Thomas Schaaf stehen die Sorgenfalten im Gesicht. Der Trainer von Cupverteidiger Bremen muss seit Wochen die verletzten Ümit Davala, Kristian Lisztes, Gustavo Nery und Daniel Jensen ersetzen. Frank Baumann kann wegen einer Bänderverletzung zurzeit nur Laufen. Doch es gibt auch Hoffnung. Denn Europameister Angelos Charisteas hat seinen Ohrknorpelbruch auskuriert und Johan Micoud hofft trotz seiner Achillessehnenprobleme auf ein Mitwirken. "Ich kann mich noch nicht voll belasten, aber es wird langsam besser", sagte der Franzose.

Zu den finanziellen Sorgen gesellen sich bei Borussia Dortmund vor dem wichtigen Pokalspiel gegen die Spvgg Unterhaching weitere Personalprobleme. Christoph Metzelder (Achillessehne) und Otto Addo (Kreuzband-OP) fehlen schon lange, Tomas Rosicky (Einriss der Hüft- und Beckenmuskulatur) kehrt frühstens in zehn Tagen zurück, und auch Jung-Profi Salvatore Gambino (Meniskus-Operation/Kreuzband-Straffung) hat eine lange Reha vor der Brust. Dabei wäre der Einzug in die 3. Pokalrunde für die Borussia fast überlebenswichtig, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Doch gerade weil der BVB unter starkem Druck steht, rechnet sich Andreas Brehme mit Haching etwas aus. "Ich habe keine Lust, nur eine Kaffeefahrt zu machen. Auch wenn es Dortmund ist, meine Mannschaft hat das Zeug zu einer Sensation", glaubt der Weltmeister, der seiner Elf kurzerhand "Wies'n"-Verbot erteilte.

Dem ungewohnten Tanz auf drei Hochzeiten muss auch der VfL Bochum inzwischen Tribut zollen. Stürmer Peter Madsen liegt wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk schon seit dem Derby gegen den BVB auf Eis. Momo Diabang erlitt im Uefa-Cup-Spiel in Lüttich einen Kreuzbandriss, und Thomas Zdebel bekam beim SC Freiburg einen Tritt gegen das Knie. So fiel er bei der "Neuauflage" im Pokal im Breisgau aus, dem dritten VfL-Spiel in nur fünf Tagen. Mit Rücksicht auf das Bundesliga-Spiel gegen Bremen erhielt Dariusz Wosz die dringend benötigte Verschnaufpause.

Kurt Jara vom 1. FC Kaiserslautern kann ohnehin seit Wochen nichts mehr schocken. Gut ein Drittel des Kaders ist verletzt oder krank. Fast gelassen registriert der Österreicher den kurzfristigen Ausfall von Torhüter Tim Wiese (Angina). Zudem ist der Einsatz von Stürmer Carsten Jancker fraglich. Dabei ist die Aufgabe gegen den unter Eddy Achterberg wieder erstarkten FC Schalke 04 auch so schon schwierig genug. Auch wenn beim Revierclub Ailton und Mike Hanke noch fehlen. Im Vergleich zur Konkurrenz muss sich Trainer Juri Schlünz wie im Spieler-Paradies fühlen. "Alle Mann an Bord", verkündete Hansa Rostocks Pressesprecher Axel Schulz vor der Abreise zum 1. FC Köln.

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