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Schwere Verluste für Blairs Labour-Partei bei «Protestwahl»

London (dpa) - Die Labour-Partei des britischen Premierministers Tony Blair hat bei den am Donnerstag abgehaltenen Kommunalwahlen in Teilen von England und Wales herbe Verluste erlitten.

London (dpa) - Die Labour-Partei des britischen Premierministers Tony Blair hat bei den am Donnerstag abgehaltenen Kommunalwahlen in Teilen von England und Wales herbe Verluste erlitten.

Nach einer Projektion des Fernsehsenders BBC, bei der die bisher bekannt gewordenen Kommunalwahlergebnisse auf das ganze Land hochgerechnet wurden, fiel Labour auf den dritten Platz zurück, hinter die oppositionellen Konservativen und Liberaldemokraten. Politische Korrespondenten der BBC sagten, dass Blairs Kritiker in der Labour-Fraktion nun die Debatte über einen Führungswechsel neu eröffnen würden.

Nach der Projektion bekämen die Konservativen bei einer Parlamentswahl 38, die Liberaldemokraten 30 und Labour nur noch 26 Prozent. Das sei für Labour das «schlechteste Ergebnis seit Menschengedenken», analysierte die BBC. Liam Fox, Vorstandsmitglied der Konservativen, sprach von einer «Katastrophe» für Blair. «Das ist das erste Mal überhaupt, dass die Regierungspartei bei einer solchen Wahl auf dem dritten Platz gelandet ist», sagte er. Doch Kulturministerin Tessa Jowell hielt dem entgegen, vor vier Jahren habe Labour bei Kommunalwahlen kaum besser abgeschnitten und die Parlamentswahl im nächsten Jahr dann doch haushoch gewonnen.

Jowell sagte, viele hätten die Wahl zum Protest gegen die Irak-Politik der Regierung genutzt. Auch Blair selbst gab zu, die Folgen des Irak-Krieges hätten den Wahlkampf seiner Partei «überschattet».

Nach einer Prognose des Fernsehsenders «Sky News» hat sich der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone knapp behauptet. Demnach bekam der Labour-Kandidat 53 Prozent der Stimmen, sein konservativer Herausforderer Steve Norris 47 Prozent. Im Stadtrat von London wurden die Konservativen der Prognose zufolge jedoch stärkste Partei.

Die Ergebnisse der Europawahl, die in Großbritannien ebenfalls schon am Donnerstag stattfand, sollen erst in der Nacht zum Montag bekannt gegeben werden. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Ergebnissen bei 40 Prozent.

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