Schwere Vorwürfe gegen Case und Co.
Aktionäre verklagen AOL Time Warner

Die Anleger werfen den Spitzenmanagern des Medienkonzerns Insiderhandel vor. Dabei sollen sie eine Milliardensumme in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

dpa NEW YORK. Zwei US-Großaktionäre haben gegen den weltgrößten Medienkonzern AOL Time Warner eine Klage wegen Insiderhandels eingereicht. Die Universität von Kalifornien und die Amalgamated Bank haben Spitzenmanagern von AOL Time Warner vorgeworfen, sie hätten fast eine Milliarde Dollar durch verbotenen Insiderhandel eingesteckt. In der Klage wird behauptet, die AOL-Gewinne für 2000/2001 seien um fast eine Milliarde Dollar zu hoch angegeben worden.

Unmittelbar vor und nach dem Zusammenschluss von AOL mit Time Warner im Januar 2001 hätten Spitzenmanager bei der Internetfirma "Tricks, Erfindungen und Falschtransaktionen" benutzt, um den Wert der AOL-Aktien in die Höhe zu treiben. Sie hätten gleichzeitig ihre Aktien liquidiert, um sich um 936 Millionen Dollar zu bereichern. Dies wird in einer am Montag herausgegebenen Pressemitteilung der Universität von Kalifornien behauptet.

Der AOL-Verwaltungsratsvorsitzende Stephen Case und andere Spitzenmanager seien die Hauptbegünstigten des "illegalen Insiderhandels" gewesen, hieß es. Case und andere AOL-Spitzenkräfte sollen die Zahl der Internet-Kunden des Unternehmens sowie die Werbeeinnahmen, die Gewinne und Auftragsbestände übertrieben zu haben, um die Fusion mit Time Warner sicherzustellen.

Der Kurs der AOL-Time-Warner-Aktien sei von einem Hoch von 58,51 Dollar auf einen Tiefstand von 8,60 Dollar gefallen, hieß es. Die beiden Kläger hätten insgesamt mehr als 500 Millionen Dollar verloren.

Falls AOL seine tatsächlichen Werbeeinnahmen zu dem Zeitpunkt wahrheitsgemäß veröffentlicht hätte, hätte die Fusion keinesfalls stattfinden können, erklärte Klägeranwalt William S. Lerach.

Die "New York Times" berichtete am Dienstag in ihrer Onlineausgabe, die Anwaltsfirma Heins Mills & Olson wolle eine geänderte Sammelklage für die Aktionäre von AOL Time Warner einreichen. Darin werde AOL Time Warner vorgeworfen, seine Umsätze um mehr als 1,7 Milliarden Dollar übertrieben zu haben.

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