Schwere Vorwürfe gegen den Konzern
Gasaustritt bei BASF: Anwohner klagen unter Beschwerden

Bei dem Unfall soll es sich um phosphinhaltige Abgase, die Atemwegs- und Schleimhautreizungen verursachen können, handeln. 70 Personen wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

dpa-afx LUDWIGSHAFEN/MANNHEIM. Nach dem Austritt reizend wirkender Gase bei der BASF in Ludwigshafen sind am Donnerstag in Mannheim 70 Menschen wegen Beschwerden zur Beobachtung ins Krankenhaus gekommen. Darunter befanden sich auch 40 Kinder einer Grund- und Hauptschule im Stadtteil Sandhofen, wie Vertreter der Stadt Mannheim berichteten. Die Betroffenen hätten über Reizungen der Augen, der Nase und des Rachens geklagt. Einige hätten sich auch erbrochen. Eine schwangere Lehrerin und zwei Polizeibeamte wurden stationär zur Beobachtung aufgenommen.

Bei der frei gewordenen Substanz handelt es sich laut BASF um phosphinhaltige Abgase, die Atemwegs- und Schleimhautreizungen verursachen können. Der Stoff, der ein Vorprodukt für die Lackhärtung ist, war am Morgen vom Wind über den Rhein nach Mannheim getragen worden. Die Substanz sei gegen 08.15 Uhr im Werkteil Süd ausgetreten, als eine außer Betrieb gesetzte Anlage gespült worden sei, berichtete die BASF. Die genaue Ursache werde noch untersucht. Ludwigshafen sei nicht betroffen gewesen.



Konzern hat viel zu spät informiert

Der Mannheimer Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD) warf dem Chemiekonzern vor, die Öffentlichkeit zu spät von dem Vorfall unterrichtet zu haben. Zwischen 08.10 Uhr und 08.15 Uhr seien die ersten Beschwerden von Anwohnern eingegangen, sagte Widder am Mittag vor der Presse. Die BASF habe den Vorfall aber erst um 09.24 Uhr offiziell gemeldet. "Das ist eine zu lange Zeitspanne." Der Leiter der BASF-Öffentlichkeitsarbeit, Matthias Hensel, sprach sein Bedauern aus.

Nach Angaben der Polizei klagten Menschen im Industriegebiet Friesenheimer Insel und im Stadtteil Sandhofen über Beschwerden. OB Widder riet, die Wohnungen zu lüften. Ein Niederschlag des Stoffes an Gegenständen sei nicht zu erwarten.

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