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Schwere Vorwürfe gegen Haider in Spitzelaffäre

Die Nachrichtenmagazine "Profil" und "Format" berichteten am Samstag laut der Nachrichtenagentur APA übereinstimmend, der Ministerpräsident von Kärnten habe um vertrauliche Informationen aus dem Polizeicomputer EKIS ersucht.

ap WIEN. In der so genannten Spitzelaffäre in Österreich sind schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorsitzenden der rechtsgerichteten Freiheitlichen Partei (FPÖ), Jörg Haider, erhoben worden. Die Nachrichtenmagazine "Profil" und "Format" berichteten am Samstag laut der Nachrichtenagentur APA übereinstimmend, der Ministerpräsident von Kärnten habe um vertrauliche Informationen aus dem Polizeicomputer EKIS ersucht. Laut "Profil" leitete die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen Haider ein.

Das Nachrichtenmagazin berichtet laut APA weiter, Haider werde von fünf Polizeibeamten belastet. Demnach bestellten Haiders Leibwächter Horst Binder, sein Pressesprecher Karl-Heinz Petritz sowie der frühere FPÖ-Geschäftsführer Gernot Rumpold wiederholt im Namen ihres Chefs Informationen. Laut "Format" ersuchte Haider zudem in mindestens zwei Fällen Polizisten darum, illegal Informationen zu beschaffen.

"Format" beruft sich auf Mitglieder einer Sonderkommission, die Binder als Schlüsselfigur zur Aufklärung bezeichnen. Demnach wurden die Vorermittlungen auf Grund von Unterlagen eingeleitet, die bei einer Durchsuchung der Wohnung des Leibwächters beschlagnahmt wurden.

Der FPÖ-Fraktionsvorsitzende Peter Westenthaler wies die Vorwürfe gegen Haider zurück und sprach von einer "unglaublichen Hetze". Generalsekretär Peter Sichrovsky reagierte ebenfalls empört. Sichrovsky nannte die Anschuldigungen am Sonntag laut APA einen Versuch der Opposition mit Unterstützung eines großen Teils der Medien, die FPÖ zu zerstören.

Der zur FPÖ gehörende Justizminister Dieter Böhmdorfer, der selbst in die Affäre verwickelt sein soll, sagte im Rundfunk, Haider sei über jeden Verdacht erhaben. Den Vorwurf, er selbst habe als FPÖ-Anwalt illegal beschaffte Unterlagen als Beweismaterial verwendet, wies Böhmdörfer ebenfalls zurück. Den von der Opposition geforderten Rücktritt lehnte Böhmdörfer ab.



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