Schwerer Rückschlag
Neue Ariane nach Fehlstart über Atlantik gesprengt

Auch im zweiten Anlauf ist der Flug der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 5-Plus am späten Mittwochabend spektakulär fehlgeschlagen. Nur rund drei Minuten nach ihrem Start vom Raumfahrtbahnhof Kourou in Französisch-Guyana musste die Rakete gesprengt worden.

HB/dpa KOUROU/PARIS. "Als die Rakete von ihrer Flugbahn abkam, musste das Raumfahrtzentrum seine Pflicht tun", sagte Ariane-Chef Jean-Yves Le Gall in Kourou. Zunächst sei der Start perfekt abgelaufen, doch drei Minuten später sei ein schwerwiegender Fehler aufgetreten. Die Rakete mit einer Rekordnutzlast von zehn Tonnen befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von 120 Kilometern über dem Atlantik.

Es war der 157. Flug einer Ariane-Rakete und der achte Fehlschlag in dem fast 21 Jahre altem europäischen Raumfahrtprogramm. Bei der Sprengung der neuen leistungsfähigeren Ariane fünf gingen auch zwei an Bord befindliche Kommunikationssatelliten verloren: Der "Hot Bird TM- 7" des europäischen Satellitenbetreibers Eutelsat sowie der "Stentor", der Experimente auf dem Kommunikationssektor für die französische Raumfahrtorganisation CNES ausführen sollte. Der Wert der Satelliten lag nach Angaben von Arianespace im dreistelligen Millionenbereich.

Bereits beim ersten Versuch am 28. November war der Premierenstart der Ariane 5-Plus fehlgeschlagen. Die Trägerrakete blieb trotz eines abgelaufenen Countdowns am Boden. Untersuchungen ergaben danach, dass ein Bodencomputer nicht einwandfrei funktionierte.

Die Ursachen des neuerlichen Fehlschlags waren zunächst noch völlig unklar. Auch die Kosten könnten noch nicht beziffert werden, sagte Ariane-Chef Le Gall. Für Donnerstagmittag kündigte er eine Pressekonferenz an. Zwar seien alle enttäuscht, aber man müsse den Blick in die Zukunft richten, bekräftigte Le Gall. "Es bleibt wie geplant bei dem Ariane 4-Start in der nächsten Woche." Auch die für den 15. Januar angesetzte Rosetta-Mission mit einer herkömmlichen Ariane 5-Rakete werde weiter verfolgt.

Für den Start der nächsten Ariane 5-Plus im April kommenden Jahres sieht Astrium-Vorstandsmitglied Josef Kind jedoch noch ein großes Fragezeichen. Bei Astrium in Bremen wird die Oberstufe der neuen Trägerrakete produziert. "Wir hatten auf eine Stabilisierung des Trägerprogramms für den kommerziellen Markt gehofft. Der Fehlschlag bedeutet nichts Gutes", sagte Kind direkt nach dem Absturz in der Nacht zum Donnerstag in Bremen. Die Fehlersuche und damit verbundene Modifikationen an der Rakete könnten Monate dauern.

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