Schwerer Sturz überschattet Wettkampf
„Es ist Zeit für Heldentaten"

Die Zeit von Pleiten, Pech und Pannen bei den deutschen Vielseitigkeitsreitern scheint endgültig vorbei. Nach Dressur und Geländeritt und vor dem abschließenden Springen ist die Ausgangsposition im Kampf um einen Platz auf dem Treppchen sowohl im Team- wie im Einzelwettbewerb hervorragend.

HB ATHEN. Das Quintett stürmte im Geländeritt auf den Silberrang und darf vor dem abschließenden Springen am Mittwoch mit 119,60 Strafpunkten hinter Spitzenreiter Frankreich (113,40) sogar von Gold träumen. Eine weitere Medaille winkt in der Einzelwertung, in der Bettina Hoy Zweite hinter Nicolas Touzaint (Frankreich) ist. Überschattet wurde die Geländeprüfung durch einen schweren Sturz des Belgiers Joris Van Springel mit seinem Pferd Over and over, das in eine Klinik gebracht werden musste.

"Endlich", sagte Hoy nach ihrem Ritt mit Ringwood Cockatoo, atmete tief durch und setzte ein "einfach super" hinterher. "Ich bin den direkten Weg auf Angriff geritten", berichtete die in England lebende Reiterin strahlend. Später erlebte sie zwei Schreckmomente, als zunächst ihr Ehemann Andrew und dann ihre Teamkameradin Ingrid Klimke (Münster) stürzten. Der Australier stieg aber ebenso wie Klimke wieder auf und beendete den Ritt.

Insbesondere mit Blick auf das Debakel bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren, als im spanischen Jerez kein deutscher Starter die Prüfung beendete, sorgte dieses Ergebnis auf der 5570 Meter langen Cross-Country-Strecke bei den Deutschen für große Erleichterung. Lediglich Klimke sorgte für Aufregung, als sie mit Sleep Late an einer nassen Stelle ausrutschte und herunterfiel. Da sie erst nach einem Hindernis stürzte, gab es keine Abzüge. Mit einem Parforceritt blieb sie sogar noch in der Zeit und besitzt als Sechste eine tolle Ausgangsposition.

Die Taktik der Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle, in Hoy die erfahrenste Reiterin beginnen zu lassen, geht bisher voll auf. Nachdem sie mit ihrem Wallach Ringwood Cockatoo die schwersten Hindernisse gemeistert hatte, nahm sie das Tempo ein wenig heraus und blieb so in der Zeit, dass sie die 3,60 Strafpunkte für Zeitüberschreitung in Kauf nehmen konnte, ohne überholt zu werden. "Ich bin nicht 100 % Speed gegangen, weil er mich in den letzten Jahren ein paar Mal angeschmiert hat", berichtete die Europameisterin von 1997.

Eine großartige Vorstellung legte auch der Olympia-Debütant Hinrich Romeike (Nübbel) mit Marius hin. Grinsend erzählte der Zahnarzt: "Heute Morgen habe ich gedacht, es ist Zeit für Heldentaten." Für den 13. im Einzel gab es ebenso nur geringe Strafpunkte wegen Zeitüberschreitung wie für den neuntplatzierten Frank Ostholt (Warendorf) auf Air Jordan und Andreas Dibowski (Döhle) mit Little Lemon, der auf Position 21 liegt.

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