Schwerer Unglücksfall
Deutscher Soldat in Afghanistan bei Minen-Explosion getötet

Ein deutsches Fahrzeug der Afghanistan-Schutztruppe ISAF ist in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul auf eine Mine gefahren. Verteidigungsminister Struck hat seine Reise nach Kopenhagen abgebrochen.

Reuters KABUL. Bei der Explosion einer Mine sind am Donnerstag in Afghanistan ein deutscher Soldat getötet und ein weiterer leicht verletzt worden.

Ein deutsches Fahrzeug der Afghanistan-Schutztruppe ISAF sei gegen 13.00 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr MESZ) in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul auf eine Mine gefahren, sagte ein ISAF-Sprecher. "Bei diesem tragischen Zwischenfall wurde ein deutsches ISAF-Mitglied getötet und ein anderes leicht verletzt." Es sei noch unklar, ob die Mine schon länger dort lag oder erst kürzlich gelegt worden sei.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, die Soldaten seien auf einer Patrouille am Südrand von Kabul unterwegs gewesen. Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) habe seine Reise nach Kopenhagen abgebrochen. Er wollte später in Berlin zu dem Vorfall Stellung nehmen. Eine Kommission wird nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr den Vorfall untersuchen.

Deutschalnd hat derzeit rund 2500 Soldaten in Kabul

"Die Tragik hat es ergeben, dass unser Fahrzeug auf eine Mine gefahren ist", sagte Karl-Heinz Flesser vom Einsatz- Führungskommando der Bundeswehr im Sender n-tv. "Es hat ganz den Anschein, als ob es sich um einen Unfall handelt. Wir haben unverzüglich eine Untersuchungskommission eingesetzt, die die näheren Umstände untersucht", fügte er hinzu. Ein solches Unglück könne nie ganz ausgeschlossen werden, wenn man sich in unwegsamen Gelände bewege. "Wir versuchen, dass Risiko zu minimieren. Aber ein Restrisiko wird es natürlich immer geben."

Deutschland führt derzeit gemeinsam mit den Niederlanden die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF, die nach dem Ende der radikal-islamischen Taliban-Regierung in Kabul und am nahen Flughafen für Sicherheit sorgen soll. Deutschland stellt rund 2500 der 4500 ISAF-Soldaten. Die Truppe wurde in der Vergangenheit mehrfach angegriffen.

Struck hatte noch vor wenigen Tagen angekündigt, die Bundesregierung prüfe, ob deutsche Soldaten und zivile Helfer zum Aufbau Afghanistans auch in Gebiete außerhalb der Hauptstadt Kabul entsandt werden sollten. Die USA fordern seit langem eine solche Ausweitung des Mandats. Zuvor hatte die Bundesregierung eine solche Ausweitung stets abgelehnt und dies mit der labilen Sicherheitslage außerhalb Kabuls und der Überlastung der Bundeswehr begründet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%