Schwergewicht auch in Zukunft auf dem Geschäft mit der Lust
Medianetcom setzt auf Erotik

Der Video-on-Demand-Anbieter Medianetcom ist eine Kooperation mit der Schweizer Erotic Media AG eingegangen.

Reuters FRANKFURT. Die am Neuen Markt gelistete Medianetcom, die überwiegend Erotik-Videos im Internet und über Kabel-TV anbietet, könne durch die Zusammenarbeit auf zusätzlich 2 500 Erotik-Filme zugreifen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Erotic Media ist nach eigenen Angaben Europas größter Händler für Erotik-Filme. Bisher habe Medianetcom die Verwertungsrechte für rund 8 000 Filme, darunter 7 500 Erotik-Filme. Die Lizenzgebühren basieren nach den Angaben auf einem Sharing-Modell zwischen beiden Unternehmen.

Auch in Zukunft würden Erotik-Filme das Schwergewicht im Angebot des Marburger Unternehmens ausmachen, sagte Medianetcom-Vorstandschef Klaus Helbert: "Weil Erotik das ist, was die Kunden im Internet gezielt suchen und gerne anonym nutzen." Strategie des Unternehmens sei es, durch die Erotik-Filme viele Kunden zu gewinnen, die anschließend auch andere Filme aus dem Angebot kaufen sollen. Medianetcom hatte im vergangenen Jahr den Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 185 Prozent auf 4,1 Millionen Euro erhöht und einen um rund zehn Prozent geringeren Umsatz von knapp drei Millionen Euro erzielt.

Details über Kauf von Audiofon bekannt gegeben

Bei einer Pressekonferenz am Montag gab Medianetcom außerdem Details über den Anfang März angekündigten Kauf des Telefondienstleisters Audiofon bekannt. Helbert sagte, sein Unternehmen wolle vom Audiofon-Kundenstamm profitieren, der europaweit 450.000 Kunden umfasse. Medianetcom wolle versuchen, diese Kunden auch für sein Video-Angebot zu gewinnen.

Außerdem sollten die Medianetcom-Kunden mit Hilfe von Audiofon demnächst ihre Videos per Telefon zahlen können. Audiofon bietet unter anderem Zahlungssysteme per Telefon an. Das Unternehmen erwirtschaftete 2001 einen Umsatz von 41 Millionen Euro und ein Ebit von 7,5 Millionen Euro.

Die Medianetcom-Aktien stiegen am Montag bis zum Nachmittag in einem kaum veränderten Gesamtmarkt rund 0,8 Prozent auf 5,85 Euro.

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