Schwerpunkt: Recruiting
Ausbildung auslagern

Mit den Konjunkturzyklen steigt und sinkt die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze. Im wirtschaftlichen Abschwung wollen Unternehmen Ausbildungskosten sparen, und sie benötigen weniger dual qualifiziertes Personal. Dieses Verhalten bewirkt allerdings eine Knappheit an qualifiziertem Personal in Zeiten guter Konjunktur. Eine Möglichkeit der Kosteneinsparung ohne diesen negativen Effekt ist das teilweise oder vollständige Outsourcing von Ausbildung.

Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze schwankt im Gleichlauf mit dem Konjunkturzyklus, wenn auch zeitlich verschoben. Diese Entwicklung lässt sich schon längere Zeit beobachten. Seit 2002 nimmt die Zahl der angebotenen Berufsausbildungsstellen wieder dramatisch ab. Für 2004 ist keine Besserung gegenüber den Vorjahren zu erwarten, in denen die Zahl der angebotenen Berufsausbildungsstellen um noch einmal knapp acht Prozent unter dem Vorjahresstand lag. Ganz offensichtlich kann diese Entwicklung als Reaktion auf die wirtschaftliche Lage gedeutet werden.

Dieses Verhalten im wirtschaftlichen Abschwung enthält zwei Komponenten: Unternehmensleitungen streben Einsparungen bei den Ausbildungsvergütungen an. Außerdem antizipieren sie einen geringeren Bedarf an dual qualifiziertem Personal. Vielmehr gehen sie davon aus, dieses Personal im wirtschaftlichen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren zu können. Hingegen dürften sachliche Ausbildungs- und Kapitalkosten, die an die Anzahl der Auszubildenden gebunden sind, ebenso wie etwaiges Ausbildungspersonal nicht mittelfristig auf- und abbaubar sein.

Die Erwartung, in Zeiten der Prosperität qualifiziertes Personal wieder einstellen zu können, ist zwar betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, in gesamtwirtschaftlicher Sicht aber unzutreffend. Denn der Bestand an qualifiziertem Personal wird infolge unterlassener Ausbildung schrumpfen, und im Wettbewerb um die Verbliebenen werden nicht alle Unternehmen zum Zuge kommen. Davon abgesehen wird diese Verknappung an dual qualifiziertem Personal zu ungewollten und unerwünschten Faktorpreiserhöhungen führen. Dieser Zusammenhang wird im allgemeinen auch von allen für Ausbildung Verantwortlichen gesehen.

Effizienzsteigerung durch die Tochter

Eine Lösung des Problems bietet das Outsourcing von Ausbildung, wobei die Ausgliederung von Ausbildungszentren oder ganzen Bildungsbereichen aus einem Unternehmen nichts Neues ist. Auch wenn der Grad der Abspaltung unterschiedlich gewählt wurde, können hier zur Illustration Volkswagen, AEG und Hoechst genannt werden. Zumindest in Bezug auf die letztgenannten handelt es sich um rechtlich und auch faktisch umfassende Trennungen der Mutterunternehmen von ihren Bildungsaktivitäten. Die in die Selbstständigkeit entlassenen Bildungstöchter sollen die Versorgung der Mütter im Bedarfsfall übernehmen können und sich außerdem im Markt bewähren. Zahlreiche andere Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen ziehen in Erwägung, den gleichen Weg zu gehen.

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