Schwerster Sommerorkan seit 50 Jahren
Berlin räumt auf

Nach dem schwersten Sommerorkan seit fast 50 Jahren hat in Berlin am Donnerstag das große Aufräumen begonnen. Bei dem Unwetter waren am Vorabend 4 Menschen getötet und 23 verletzt worden. In Brandenburg kamen drei Menschen ums Leben.

ddp BERLIN. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) äußerte sich tief betroffen über die Todesopfer. Er trauere mit den Angehörigen. Im Stadtgebiet stürzten rund 1400 Bäume um und beschädigten Häuser, Autos, Straßen und Zäune. Mehrere Baugerüste brachen zusammen. Der Sturm fegte Ziegel von den Dächern und Blumenkästen von den Balkonen. Im Nahverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen. Der Flughafen Tegel wurde zeitweise komplett geschlossen.

Am stärksten betroffen war die Region Wannsee, wo die höchsten Windspitzen von bis zu 152 Kilometern pro Stunde gemessen wurden. In einem Zeltlager auf der Insel Schwanenwerder kamen nach Polizeiangaben ein 14-Jähriger aus Berlin-Köpenick und ein 16-Jähriger aus Frankfurt am Main ums Leben. Sie wurden von einem umstürzenden Baum erschlagen. Außerdem wurden dort 13 Kinder, Jugendliche und Erwachsene verletzt, niemand von ihnen lebensgefährlich.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Donnerstagmorgen bei einem Rundgang auf der Insel, es müsse sicherlich geprüft werden, ob alles Menschenmögliche getan wurde, um Opfer zu vermeiden. Bisher habe er allerdings keinen Anlass, daran zu zweifeln. Im Bezirk Pankow wurde ein 40-jähriger Mann von einem abgerissenen Ast getötet. Außerdem kam in Berlin-Reinickendorf ein 60-Jähriger durch einen umstürzenden Baum ums Leben.

Bei der Feuerwehr herrschte seit Mittwochabend 20.17 Uhr Ausnahmezustand. Bis Donnerstagmorgen 7.00 Uhr mussten die Feuerwehrleute zu über 2000 sturmbedingten Einsätzen ausrücken. In 80 Prozent der Fälle wurden Bäume und große Äste von den Straßen und Wegen geräumt. Die Polizei wurde zu mehr als 1300 Einsätzen gerufen. Unterstützung erhielt die Feuerwehr von der Berliner Stadtreinigung.

Der Flughafen Tegel blieb von 20.30 bis 21.00 Uhr komplett geschlossen. Vier Maschinen wurden umgeleitet. Um «Staus» am Himmel abzubauen, durfte der Airport dann mit einer Sondergenehmigung der Luftfahrtbehörde bis 1.00 Uhr nachts geöffnet bleiben. Ansonsten ist zwei Stunden früher Schluss. In Schönefeld konnte ein Flugzeug wegen der Sturmböen erst 20 Minuten später starten. In Tempelhof gab es dagegen keine wetterbedingten Beeinträchtigungen des Flugverkehrs.

Das Unwetter in Berlin ging nach Angaben von MC-Wetter in dieser Nacht mit den bundesweit höchsten Windspitzen einher. Sehr selten sei zudem, dass der Orkan «flächendeckend» über die Stadt fegte. Im Gefolge des Gewitters kam es zu einem Temperatursturz. Innerhalb von nur einer Stunde sank die Quecksilbersäule von 28 auf 18 Grad Celsius.

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