Schwestern fehlen in Berlin
Venus Williams bangt um French Open

Die Wehwehchen der Williams-Schwestern schmerzen die German Open in Berlin. Doch die Tennis-Rivalinnen der beiden dominierenden Weltklasse-Spielerinnen dürfen wieder Hoffnung schöpfen. Erstmals seit den Australian Open im vorigen Jahr könnte es bei den French Open wieder ein Grand-Slam-Finale ohne "Sister Act" geben. Grund ist die Verletzung von Venus Williams, die sich am Sonntag im Endspiel von Warschau eine Bauchmuskelzerrung zuzog.

HB/dpa BERLIN. "Es fühlt sich gar nicht gut an. Die Ärzte haben mir gesagt, dass der Heilungsprozess länger dauert als bei einer normalen Zerrung. Ich werde es jetzt ruhig angehen lassen und hoffe, dass ich rechtzeitig fit bin", sagte die 22-Jährige, die am Montag Platz zwei in der Weltrangliste von Kim Clijsters zurückeroberte. Venus war ihrer Schwester Serena bei den vergangenen Grand-Slam-Turnieren von Paris, Wimbledon, New York und Melbourne stets im Endspiel unterlegen. Berlins Turnierdirektor Eberhard Wensky äußerte Verständnis für die Absage der 22-Jährigen: "Die Verletzung kann ihre gesamte Saison gefährden."

Andererseits fehlt den German Open ein Publikumsmagnet, und dies auch noch in schwieriger Zeit: In diesem Jahr überträgt lediglich der Spartensender Eurosport bewegte Bilder aus dem Grunewald. Sollte sich für das kommende Jahr kein öffentlich-rechtlicher Sender aus Deutschland als Fernsehpartner finden, will Hauptsponsor Mastercard den auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern. Dies wäre wohl das Aus für die Traditions-Veranstaltung.

Wensky hatte vor einigen Wochen zunächst die Absage von Serena Williams verkraften müssen, die wegen körperlicher Erschöpfung verzichtete. Die Nummer eins der Welt hatte im Vorjahr das Endspiel gegen Justine Henin-Hardenne knapp verloren. Die Belgierin fügte Serena nach 21 Siegen auch im April in Charleston auf Sand die erste Niederlage in diesem Jahr zu und unterstrich, dass die Schwestern nicht unschlagbar sind.

Venus hatte im Match gegen Amélie Mauresmo zunächst gar nicht bemerkt, wie schwerwiegend ihre Blessur ist. "Ich dachte erst, es ist ein Schmerz im Magen. Wenn mir so etwas während des Matches passiert, will ich es erst nicht wahrhaben", sagte Venus Williams. "Die Entscheidung, nicht nach Berlin zu kommen, ist mir schwer gefallen. Ich habe immer gern in Deutschland gespielt, weil die Menschen dort Tennis sehr zu schätzen wissen." Sportliche Großtaten vollbrachte die Olympiasiegerin und Gewinnerin von vier Grand-Slam-Titeln am Hundekehlesee bisher allerdings nicht. Bei ihrem einzigen Auftritt scheiterte Venus Williams vor zwei Jahren im Achtelfinale. Auch damals hieß die Siegerin Justine Henin-Hardenne.

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