Schwierige Gespräche
Auftakt für Tarifverhandlungen über 35-Stunden-Woche

Mehr als ein halbes Jahr nach Beilegung des Lohnkonflikts in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie haben die Tarifverhandlungen über die Angleichung der Arbeitszeit begonnen. Die IG Metall fordert die Einführung der 35-Stunden-Woche auch im Osten. Die Arbeitgeber lehnen dies entschieden ab.

HB/dpa BERLIN. Zum Auftakt der Tarifrunde am Mittwoch für Berlin/Brandenburg bekräftigten beide Seiten ihre weit auseinander liegenden Positionen.

Die IG Metall forderte die Arbeitgeber auf, das Thema Ost-West- Angleichung für die 310 000 Ost-Metaller ernst zu nehmen. Die Arbeitgeber sehen dagegen weiterhin keine Chance für eine Arbeitszeitangleichung. Sie regten die Einsetzung eines Sachverständigenrates an. Dieses Gremium solle Kriterien festlegen und prüfen. Für Berlin und Brandenburg werden die Verhandlungen am 12. März und 7. April fortgesetzt.

Derzeit müssen die Ost-Metaller drei Stunden länger arbeiten als ihre westdeutschen Kollegen. Die Arbeitgeber lehnen die 35-Stunden-Woche wegen höherer Kosten ab. Während die IG Metall durch die Arbeitszeitverkürzung bis zu 15 000 neue Stellen erwartet, sehen die Arbeitgeber etwa 20 000 Arbeitsplätze gefährdet. Für die Gewerkschaft, die ihr Ziel notfalls auch mit Streiks durchsetzen will, ist es der dritte Anlauf zur Einführung der 35- Stunde-Woche.

Nach dem Auftakt für Berlin und Brandenburg folgen die Verhandlungen für Sachsen. In den Tarifbezirken Thüringen, Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern können die Arbeitszeitregelungen mit einer vierwöchigen Frist zum 30. April gekündigt werden. Der IG Metall-Vorstand will am 10. März beraten. Sollte es keine Perspektive zu einer Verhandlungslösung geben, werden auch diese Verträge laut Vorstandsbeschluss vom 14. Januar gekündigt. Mit Ende der Friedenspflicht könnten vom 1. Mai an Warnstreiks beginnen.

Es gilt als sicher, dass auch diese drei Tarifbezirke kündigen. Damit wollen die Gewerkschaften den nötigen Druck erhöhen. Als entscheidender Termin wird die Runde am 7. April gewertet. Dann wird trotz getrennt regionaler Verhandlungen ein gemeinsames Vorgehen auf beiden Seiten erwartet.

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