Schwierige Kapitalmarktbedingungen und höhere Kosten
Chase Manhattan und J.P. Morgan mit Gewinnwarnungen

New York (vwd) - Die fusionswilligen US-Banken J.P. Morgan & Co. Inc. und Chase Manhattan Corp. , beide New York, erwarten für das vierte Quartal einen geringeren Gewinn je Aktie als von Analysten prognostiziert. Wie die Institute am Donnerstag weiter mitteilten, sollen die Ergebnisse zudem unterhalb denen des dritten Quartals liegen. Die Banken begründeten dies mit den derzeit schwierigen Kapitalmarktbedingungen und höheren Kosten. Für Chase hatten Analysten im Mittel für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,78 $ prognostiziert, für J.P. Morgan von 2,62 $. Im dritten Quartal hatte Chase einen dilutierten Gewinn je Aktie von 0,66 $ und J.P Morgan von 2,77 $ erzielt.

Im September hatte sich Chase Manhattan auf die Akquisition von J.P. Morgan zum neuen Institut J.P. Morgan Chase & Co. verständigt. Die Unternehmen rechnen mit einem Abschluss der Transaktion bis zum 31. Dezember 2000, falls die Aktionäre auf Hauptversammlungen am 22. Dezember der Fusion zustimmen. Wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Donnerstag weiter hieß, wurde die Schätzung für die Fusionskosten auf 3,2 von zuvor 2,8 Mrd. $ vor Steuern angehoben. Die Schätzung für die Fusionssynergien wurde auf drei Mrd. $ vor Steuern von zuvor 1,9 Mrd. $ vor Steuern angehoben.

Beinahe 50 Prozent der Fusionsaufwendungen werden für Kompensationszahlungen und die Auflösung von Beschäftigungsverhältnissen gebraucht, in Folge der Fusion sollen 5 000 Stellen wegfallen. Die übrigen 50 Prozent der Fusionskosten werden unter anderem für Technologie- und Systemintegration aufgewendet. Chase Manhattan rechnet mit einem Vorsteuergewinn von 870 Mill. $ im vierten Quartal aus dem Verkauf ihre Privatkundengeschäfts in Hongkong.

Bei J.P. Morgan enthalten die außerordentlichen Posten für das vierte Quartal einen Vorsteuergewinn von 400 Mill. $ aus der Beendigung ihrer Vereinbarung mit Euroclear. Chase Manhattan und J.P. Morgan erwarten, dass das gesamte Handelsvolumen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum und dem dritten Quartal zurückgeht. Begründet wird dies unter anderem mit der niedrigen Volatilität auf den Währungsmärkten und einem Rückgang des Kundenvolumens.

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