Schwierige Rahmenbedingungen
Audi rückt vom Gewinnziel ab

Die Ingolstädter VW-Tochter Audi rückt angesichts der anhaltenden Flaute auf den weltweiten Automärkten und des starken Euro-Anstiegs von ihrem Gewinnziel für 2003 ab. Im ersten Quartal sank der Absatz der Marke Audi leicht, während der Gruppenumsatz um 2,4 % zulegte.

Reuters INGOLSTADT. "Die Marktsituation im Automobilgeschäft ist durch schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen geprägt", sagte Audi-Chef Martin Winterkorn am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Ingolstadt. "Die negative Währungsentwicklung, insbesondere die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, stellt eine weitere Belastung dar." Audi wolle dennoch 2003 einen erneuten Absatzrekord erzielen und "ein überzeugendes Ergebnis" erreichen.

Ende Februar hatte der mittlerweile ausgeschiedene Finanzchef Peter Abele noch erklärt, das Ergebnis im laufenden Jahr werde etwa auf Vorjahresniveau liegen: "Wir müssten uns eigentlich wiederfinden in der Größenordnung dieses und des letzten Jahres." "Wir relativieren dieses Ziel", sagte nun ein Audi-Sprecher. Der neue Finanzvorstand Rupert Stadler teilte mit, man werden alles daran setzen, die Prognose noch zu erreichen. "Es wird aber 2003 auf Grund der Wechselkursproblematik (...) sehr schwer werden." Die Aktie der Audi-Mutter VW notierte am frühen Nachmittag mit 31,40 ? um rund 1,3 % im Plus.

Absatzrekord noch viel Arbeit

Im ersten Quartal 2003 steigerte Audi den Umsatz der Gruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 % auf 5,66 Mrd. ?. Von der Marke Audi wurden in den ersten drei Monaten mit 181 825 (Vorjahr 182 804) Fahrzeugen etwas weniger Automobile verkauft. "Wir können uns der schwachen Marktlage zwar nicht in allen Bereichen entziehen, dennoch zeigen die Quartals-Kennzahlen, wie stark die Marke mit den vier Ringen auch in schwierigen Zeiten ist", sagte Winterkorn. Besonders kräftig konnte Audi im abgelaufenen Quartal in China zulegen: Hier verdoppelte sich der Absatz mit 12 171 (Vorjahr 6 591) Automobilen annähernd. Der Absatz der Gruppe - inklusive Lamborghini und dem italienischen VW-Generalimporteur Autogerma - erhöhte sich geringfügig auf 250 225 (249 450).

"Es ist weiterhin unser Ziel, den Auslieferungsrekord von 2002 in diesem Jahr erneut zu übertreffen", sagte Winterkorn. "Um das zu schaffen, bedarf es noch viel Arbeit und Engagement." Audi rechne für die zweite Jahreshälfte unter anderem wegen der Markteinführung des neuen A3 und des S4 sowie neuer Motorvarianten für den A8 und den Roadster TT mit einem Anziehen der Verkaufszahlen. 2002 hatte Audi selbst mit 742 128 Automobilen den Absatz um 2,2 % gesteigert.

"VW sähe ohne Audi alt aus"

Mehrere Aktionäre - gut 99 % der Aktien liegen ohnehin bei VW - lobten das Management für die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres, kritisierten aber den Einfluss der Wolfsburger auf das Traditionsunternehmen. "Audi ist das Schmuckblatt", sagte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Ohne Audi "würde VW alt aussehen". Zugleich stellte er die Hedging-Maßnahmen des Managements in Frage: "Wurde da (2002) leichtsinnigerweise auf eine adäquate Kurssicherung verzichtet?"

Finanzchef Stadler hatte zuvor gesagt, der starke Euro habe im Vorjahr das Ergebnis mit rund 200 Mill. ? belastet. Die Währungssicherungsmaßnahmen werden im VW-Konzern übergreifend für alle Marken getroffen. VW selbst hatte im ersten Quartal hauptsächlich wegen des starken Euros nach Steuern einen Gewinneinbruch auf 202 Mill. ? nach 627 Mill. ? im Vorjahresquartal verbucht.

Audi hatte 2002 das siebte Rekordjahr in Folge verbucht. Der Gewinn war leicht auf 774 (769) Mill. ? gestiegen, vor Steuern wurde jedoch einen Rückgang um gut fünf Prozent verbucht. Der Umsatz hatte sich um 2,6 % auf 22,6 Mrd. ? erhöht.

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