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Schwierige Verhandlungsrunden bei Opel

Voraussichtlich bereits in der kommenden Woche sollen die Gespräche über den Sanierungsplan "Olympia" zwischen der Konzernleitung der Adam Opel AG, Rüsselsheim, und den Betriebsräten der deutschen Werke wieder aufgenommen werden.

vwd RÜSSELSHEIM. Das "Hauen und Stechen" der deutschen Standorte um Kapazitäten dürfte dann beginnen, heißt es in Unternehmenskreisen. Schmerzhafte Einschnitte stehen bevor, denn die Rahmenvereinbarung mit den Betriebsräten sieht bei der GM-Tochter den Abbau einer Jahreskapazität von 350 000 Fahrzeugen vor. Die offene Frage ist, wie die geplante Kapazitätskürzung auf die europäischen Opel-Standorte verteilt wird.

In der vergangenen Woche waren die Gespräche in Deutschland vertagt worden, weil die Betriebsräte sich nicht ausreichend informiert fühlten und noch zusätzliche Informationen forderten. An den übrigen europäischen General-Motors-Standorten sind die lokalen Verhandlungsrunden mit Ausnahme Portugals in vollem Gange. Vor allem in Bochum sind die Betriebsräte in Sorge. Hier steht ein weiterer Teil der Astra-Fertigung zur Disposition, nachdem bereits 2001 die Produktion zurückgefahren wurde. Sind im Geschäftsjahr 2000 in Bochum noch 100 600 Fahrzeuge des Modells Astra vom Band gerollt, werden es bis Jahresende 2001 nur noch 73 000 sein.

Zum Ausgleich ist die Produktion des Zafira von 217 700 in 2000 auf 239 000 bis Jahresende 2001 erhöht worden. Zur Zeit wird der Astra dort in zwei Schichten, der Zafira in drei Schichten gebaut. Denkbar, so heißt es in Unternehmenskreisen, ist nun der Wegfall einer Schicht des Astra (rund 35 000 Fahrzeuge). Dass die gesamte Astra-Fertigung in Bochum eingestellt werden könnte, halten Verhandlungskreise eher für unwahrscheinlich. Zwar fertigt Eisenach seit Oktober 2001 wieder den Astra, bis Jahresende sollen 10 000 Astra das thüringische Werk verlassen, doch wird dort auch immer noch der Corsa gebaut.

Eine Verlagerung der gesamten Corsa-Produktion von Eisenach ins spanische Saragossa, um neue Kapazitäten für die Astra-Produktion zu schaffen, dürfte der spanische Standort kaum bewältigen können, da dort voraussichtlich der geplante Corsa-Minivan gebaut werden soll. Schwierige Gespräche stehen auch bei den Joint Ventures mit Fiat, der Opel Powertrain GmbH, bevor. Durch die geplante Kapazitätskürzung benötigt Opel künftig auch weniger Motoren und Getriebe als vor einem Jahr beim Abschluss der Gemeinschaftsunternehmen noch angenommen. Da den zu Powertrain gewechselten Mitarbeitern seinerzeit Arbeitsplatzgarantien gegeben wurden, dürfte eine einvernehmliche Lösung schwierig werden.

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