Schwieriges Neukundengeschäft
Schlechte Börsenstimmung schlägt auf Consors durch

Die schlechte Börsenstimmung hat auch im ersten Quartal dieses Jahres auf den Discountbroker Consors durchgeschlagen: Das Depot- und Einlagevolumen reduzierte sich in dieser Zeit um 13 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro (15,84 Milliarden Mark). Wie das Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg weiter mitteilte, verringerte sich die Zahl der ausgeführten Aufträge gegenüber dem vierten Quartal 2000 um 20 Prozent auf 2,3 Millionen.

afp/rtr NÜRNBERG. Es wurden zwar bis zum 23. März 27 000 Neukunden gewonnen, zugleich schloss der Discountbroker aber 14 300 Depots. Dabei habe es sich vor allem um inaktive Depots gehandelt, «die in der Boomphase des ersten Quartals 2000 eröffnet wurden», teilte Consors weiter mit.



Das Unternehmen leidet wie alle Discountbroker unter der seit Monaten anhaltenden Talfahrt an den Börsen. Analysten zufolge hat sich nach der Aktien-Euphorie Anfang 2000, bei der zum Teil blind gezeichnet wurde, vor allem bei den Privatanlegern Misstrauen eingeschlichen. Sie wollen nicht mehr vor allem billig zeichnen oder verkaufen, sondern beraten werden. Dies aber können die Discountbroker - zumindest derzeit - nicht leisten.

Consors befindet sich in Großbritannien weiterhin in Akquisitionsverhandlungen und erwartet, diese im laufenden Jahr abzuschließen. Consors spreche derzeit mit mehr als zwei britischen Brokern, sagte Consors-Chef Karl Matthäus Schmidt. Ziel sei es, das Thema 2001 "über die Bühne zu bringen". Auch wenn der Kurs der Consors-Aktie gefallen sei, ziehe es die Gesellschaft vor, einen großen Anteil einer möglichen Akquisition in Aktien zu bezahlen. Schließlich seien auch die Preise für die Broker gefallen, sagte Schmidt. Ursprünglich wollte der Online-Broker bereits im vergangenen Jahr eine Übernahme in Großbritannien tätigen.

Schmidt sagte, der "reine Online-Ansatz", bei dem Aktien nur über das Internet gekauft und verkauft würden, sei nicht die richtige Strategie für Großbritannien. Vielmehr stehe das Telefon stark im Vordergrund. "Wir müssen einen länderspezifischen Ansatz fahren". Consors könne nach Einschätzung Schmidts so schneller in den britischen Markt gelangen.

Schmidt sagte weiter, "in diesen Zeiten" sei es nicht einfach, Neukunden zu gewinnen. Wenn die Stimmung an den Börsen weiter trüb bleibe, werde Consors seine Marketing-Kosten im Zaum halten. Dabei sei eine Reduzierung der Marketingkosten gegenüber dem Budget für das Jahr 2001 um 50 Prozent denkbar.

Über den Start der mit der Berliner Börse geplanten Plattform für Privatanleger wollte sich Schmidt sich nicht äußern. Im vergangenen Jahr hatte Consors angekündigt, die Berliner Wertpapierbörse mittelfristig zu einer "Leitbörse für Privatanleger" ausbauen zu wollen, die vor allem bei Nebenwerten Preisvorteile bieten solle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%